Unabhängig von Leistung und Geldbeutel

Unabhängig von ihrer Leistungsfähigkeit oder wirtschaftlichen Lage müssten Kinder in den Einrichtungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf- und angenommen werden, sagte die für die Caritasarbeit der Diözese verantwortliche Hauptabteilungsleiterin am Mittwoch in Fellbach. Dort tagten unter dem Titel „Werteerziehung Kindergarten - Elternhaus“ 800 Erzieherinnen und Erzieher, Träger und Fachberater auf Einladung des Landesverbandes Katholischer Kindertagesstätten zum Abschluss eines Projektes Werteerziehung. In den vergangenen beiden Jahren schärften 19 Kindergärten in der Diözese in einem von der Diözese mit angeregten Projekt auf diesem Feld ihr Profil. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützte das Projekt.

Die Kirche werde nach den Skandalen sexueller und gewalttätiger Übergriffe vergangener Jahrzehnte beim Thema Erziehung besonders beobachtet, unterstrich Stetter-Karp. Umso mehr gelte es, Erziehungswerte auf der Basis des christlichen Menschenbildes zu entwickeln. Unter Berufung auf den Rottenburger Kindergartenplan forderte die Ordinariatsrätin, Kinder sollten in katholischen Kindergärten Halt und Orientierung erfahren. Dabei dürfe es nicht darum gehen, „durch eine quasi richtige Bildung und Werteerziehung einen normierten frommen und katholischen Nachwuchs zu produzieren“. Kinder seien „keine Gefäße, mit denen mit einem Trichter nur die gewünschten Werte und Verhaltensweisen einzuflößen sind“, so die Ordinariatsrätin. Kinder entfalteten sich vielmehr individuell als Persönlichkeiten, die Wertschätzung, Zuwendung und Liebe spüren sollten und als zukünftige Gestalter der Gesellschaft verantwortungsbewusstes Verhalten erlernen und einüben können. Dafür stehe die Diözese in ihren karitativen und pädagogischen Einrichtungen.

Uwe Renz