Unbedingt für das Leben

Mit ihrem christlich motivierten Engagement stelle sie sich dem „Mainstream der Selektion von Menschen mit Behinderung vor dem Lebensanfang und dem Aussondern hoch betagter Menschen entgegen“, sagte Ordinariatsrätin Irme Stetter-Karp bei der Jubiläumsfeier am Freitag in Schwäbisch Gmünd.

Laut Stetter-Karp ist die Menschenwürde aktuell am Lebensanfang und am Lebensende gefährdet. Am Anfang bestehe die Gefahr unter anderem durch pränatale Untersuchungen und anschließende Aussonderung von Embryonen, am Lebensende durch aktive Sterbehilfe. In den Niederlanden sei die Quote der aktiven Sterbehilfe 2010 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, betonte die Ordinariatsrätin. Die Stiftung Haus Lindenhof setze sich in Behinderten- und Altenhilfe „unbedingt für das Leben ein“. Stetter-Karp erinnerte an den früheren Bischof Georg Moser, der die Stiftung begründet hatte. Er betonte 1977 bei der Einweihung der Zentraleinrichtung, „dass Nächstenliebe nicht irgendeine schöne Formel, sondern eine tragende, eine bergende Wirklichkeit ist“.

Haus Lindenhof verbuchte laut Geschäftsbericht 2010 einen Umsatz von rund 59 Millionen Euro; sie betreut 1.300 behinderte Menschen in Schule, Werkstätten und Wohnungen. Rund 850 alte Menschen nutzen Wohnverbünde, Tagespflege und Betreutes Wohnen. Die Stiftung zählt 1.350 Mitarbeiter, dazu 300 Aushilfskräfte und 400 ehrenamtliche Mitarbeiter.

Uwe Renz