Unbeirrt eintreten für Recht und Menschenwürde

Rottenburg/Stuttgart. 23. Januar 2014. Mit einem Appell, unbeirrt für Rechte und Menschenwürde von Flüchtlingen einzutreten, hat Bischof Gebhard Fürst der Akademie seiner Diözese am Freitagabend zu deren Hohenheimer Tagen zum Ausländerrecht gratuliert. Sie fanden vor 30 Jahren erstmals im Stuttgarter Tagungshaus der Akademie statt. Aktuelle Brisanz erhielten die Themen der Expertentagung durch die Flüchtlingszuwanderung, betonte der Bischof bei den bis Sonntag dauernden 30. Hohenheimer Tagen. Es müssten Wege gefunden werden, wie wenigstens dem „geringen Bruchteil der weltweit 57 Millionen Vertriebenen und Flüchtlinge, die bei uns Schutz und Hilfe suchen“, gastfreundliche Aufnahme ermöglicht werden kann.

„Was können wir dazu beitragen, dass auseinander gerissene Familien wieder zu einander finden, Kinder und Jugendliche Bildung und Zukunftschancen erhalten und Menschen lernen, dass trotz schwerer Traumata wieder Leben möglich ist?“, fragte der Bischof. Es gelte, in der europäischen Flüchtlingspolitik zu verhindern, dass sich die Schutzpflicht gegenüber Flüchtlingen in Abwehr und Abschreckung verkehre. Es müssten legale Zugangswege nach Europa gefunden werden, „damit nicht immer noch mehr verzweifelte Menschen verbrecherischen Schleuserbanden in die Fänge geraten und sie zu Tausenden im Mittelmeer und in der Sahara sterben“.

Bischof Fürst wies auf das Engagement der Diözese Rottenburg-Stuttgart in der Flüchtlingshilfe hin und dankte allen, die sich auf diesem Gebiet einsetzen. Viele Gemeinden, Dekanate, Verbände und Ordensgemeinschaften täten dies vorbildlich. „Das ist eine wunderbare Entwicklung“, sagte der Bischof.