Neuer Pfarrer

Unterwegs sein

Msgr. Prof. Dr. Niko Ikic ist neuer Pfarrer der kroatischen Gemeinden in Ulm und Ehingen.

Dekan Ulrich Kloos begrüßt den neuen Seelsorger für die kroatischen Gemeinden in Ulm und Ehingen, Msgr. Prof. Dr. Niko Ikic. Foto: DRS/Jerabek

Ein herzliches Willkommen hat die kroatische katholische Gemeinde Ulm Sveti Josip ihrem neuen Pfarrer Msgr. Prof. Dr. Niko Ikić bereitet.

Mit mehr als 400 Gläubigen kroatischer Muttersprache begrüßte der Dekan des Dekanats Ehingen-Ulm, Ulrich Kloos, den neuen kroatischen Seelsorger: Msgr. Prof. Dr. Niko Ikić tritt mit Wirkung zum 1. März die Nachfolge von Pfarrer Ilija Krištić an, der am 29. März nach 42 Jahren Dienst als Pfarrer der kroatischen Gemeinden in Ulm, Ehingen, Biberach und Laupheim in den Ruhestand verabschiedet wird.

Dekan Kloos würdigte die kroatische Gemeinde in Ehingen und Ulm als „sehr lebendige und junge Gemeinde mit vielen aktiven Familien, Kindern und Jugendlichen“. Er freue sich, wie sich die Gläubigen kroatischer Muttersprache auch in Ulm einbringen, das mit 127 hier vertretenen Nationalitäten eine sehr internationale Stadt sei. Besonders hob Kloos die „beeindruckende Tanzgruppe“ hervor, deren Auftritt beim internationalen Gottesdienst schon zur festen Tradition geworden sei.

Zagreb - Sarajevo - Wien - Ulm

Der neue Pfarrer Niko Ikić ist ein „Marienkind“ und wurde am 15. August 1952, dem Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, in Boće bei Brčko im heutigen Bosnien und Herzegowina geboren. Sein Abitur legte er am Klassischen Gymnasium in Zagreb ab. Nach dem Theologiestudium in Sarajevo, wo Niko Ikić nach seiner Priesterweihe drei Jahre als Kaplan an der Kathedrale wirkte, absolvierte er ein Postdiplomstudium in Wien und promovierte am Institut für Ostkirchenkunde und Patrologie.

Zwei Jahre lang leitete Pfarrer Ikić eine Kirchengemeinde in dem multikulturellen Wiener Gemeindebezirk 10. In die 16 Jahre seines Lebens und Wirkens in der österreichischen Hauptstadt fällt auch eine erste Lehrtätigkeit als Dozent an der Theologischen Fakultät.

Im Jahr 1997 folgte Ikić dem Ruf seines Erzbischofs, Kardinal Vinko Puljić, und wurde ordentlicher Professor für Dogmatik, Ostkirchenkunde, Mariologie, Pneumatologie und Eschatologie an der Theologischen Fakultät in Sarajevo. Seine wichtigsten Forschungsgebiete sind die Theologie der Sakramente, die Ökumene und der interreligiöse Dialog. Letzteres zählt auch zu den Herzensanliegen von Niko Ikić, der viele Jahre Vertreter der katholischen Kirche im Interreligiösen Rat von Bosnien und Herzegowina war und diesen als Hauptsekretär sechs Jahre lang mitgeprägt hat. Kürzlich wurde Msgr. Ikić als Professor emeritiert.

Koordinieren, nicht dominieren

„So wie ich vor 23 Jahren dem Ruf meines Bischofs gefolgt bin“, sagt Msgr. Ikić schmunzelnd, „folge ich auch jetzt wieder dem Ruf meines Bischofs“, der übrigens immer noch Kardinal Vinko Puljić ist. „Diese neue Sendung ist eine Herausforderung“, sagt er nachdenklich – eine Herausforderung, die er gerne annehme und auf die er sich freue. Seine Aufgabe als Pfarrer sieht Msgr. Ikić darin, „zu koordinieren, nicht zu dominieren“. Die Gläubigen und die gewählten Vertreter der Gemeinde „sollen eine starke Stimme haben“, sagt Msgr. Niko Ikić auch mit Blick auf die Wahl zum Pastoralrat am 22. März.

Verschiedene Meinungen hören, die Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, „das Gute beibehalten, manches mit neuen Impulsen anfüllen“, das hat sich Pfarrer Niko Ikić vorgenommen. „Ich will vorangehen, mit Euch mitgehen und wenn nötig auch mal von hinten ein wenig anschieben“, sagte er in seiner ersten Predigt in der Ulmer Georgskirche. Sie stand unter dem Thema „Unterwegs sein – mit Christus, Maria, allen Gläubigen“. Die kroatische Gemeinde sieht er nicht isoliert, sondern als Teil der universalen Gemeinde Gottes, in der es Platz gibt für alle Kulturen und Nationen.

Große kulturelle Offenheit zeigt der neue Pfarrer auch als Freund des Fußballs, wenn er Barcelona und Bayern München die Daumen drückt. Weitere Interessen gelten dem Volleyball und dem Tischtennis, ihn selbst werde man in sportlicher Hinsicht wohl am ehesten als Spaziergänger erleben, verrät er. Neu bewähren muss sich Msgr. Niko Ikić möglicherweise in der Küche seiner Wohnung. Bislang habe er sich an keinem der Orte seines Wirkens allein um sein Essen sorgen müssen. „Ich habe gelernt zu schätzen, was andere für mich kochen. Das war sicher besser als das, was ich selbst koche“, sagt er augenzwinkernd.

Seelsorgebereiche neu geordnet

Gleich zu Beginn der Heiligen Messe am vergangenen Sonntag verlas Dekan Kloos das Ernennungsschreiben von Bischof Gebhard Fürst. An der Amtseinführung von Msgr. Ikić nahm der Leiter der Seelsorge für Kroaten im Ausland, Dr. Tomislav Markić, aus Zagreb sowie der Delegat für die Kroatenseelsorge in Deutschland, Pfarrer Ivica Komadina, aus Frankfurt teil.

Mit dem Wechsel des Pfarrers verbunden ist auch die Neuordnung der kroatischen Seelsorgebereiche in den Dekanaten Ehingen-Ulm und Biberach. Die kroatischen Gemeinden in Ehingen und Ulm leitet Msgr. Ikić, die Gemeinden in Biberach und Laupheim künftig Pfarrer Marijan Orkić, der bereits in den vergangenen zwei Jahren den scheidenden Pfarrer Ilija Krištić als Pfarrvikar für alle vier Gemeinden unterstützt hat.