Verantwortung für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Eva Sorg, Gleichstellungsbeauftragte und Projektleiterin der Diözese für den Auditierungsprozess „berufundfamilie“, konnte am Montag (30. Juni) die Zertifikatsurkunde im Beisein von Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und Staatssekretär Jochen Homann , der den Bundeswirtschaftsminister Michael Glos vertrat, in Berlin entgegennehmen. Von den 231 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen, die in diesem Jahr ausgezeichnet worden sind, gehört die Diözese Rottenburg-Stuttgart zu den 12 Unternehmen und zwei Hochschulen, die bereits zum zweiten Mal als familienbewusste Institution gewürdigt worden sind.

„Wir springen nicht auf einen schon fahrenden Zug des Zeitgeistes auf“, sagte Generalvikar Clemens Stroppel am Donnerstag vor der Presse, „sondern wir haben als kirchliche Arbeitgeber unsere Verantwortung für die familiären Belange unserer Mitarbeitenden bereits früh erkannt.“ Die Familien zu stärken, so Stroppel, das seien nicht nur Lippenbekenntnisse und Sonntagsreden, vielmehr „bekommen wir hier von dritter, von neutraler Seite bestätigt, dass wir für unsere Mitarbeitenden – Frauen wie Männer – arbeitsrechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen schaffen, die den beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten Raum geben, die aber auch darauf Rücksicht nehmen, dass das Leben in einer Familie und die Verantwortung für Kinder, Ehepartner und zunehmend auch für pflegebedürftige Angehörige ihr eigenes Recht beanspruchen dürfen und müssen.“ Dies sei eine Frage der Glaubwürdigkeit der Arbeitgeberin Kirche.

Im Jahr 2002 hatte sich die Diözese Rottenburg-Stuttgart erstmals am Auditierungsverfahren „berufundfamilie“ beteiligt. Nach einem Analyseprozess wurden Ziele vereinbart und regelmäßig zur Überprüfung vorgelegt. Dabei ging es zum Beispiel um flexible Regelungen zu Arbeitszeit, Arbeitsort und Arbeitsbefreiung, um Beratungs- und Hilfeangebote bei familiären Problemen, um finanzielle Unterstützung, um Möglichkeiten der Kinderbetreuung, Väterzeit und anderes mehr.

Nach der Zertifizierung im Jahr 2005 kam die Vereinbarung weiterer Ziele hinzu: stärkere Berücksichtigung der Lebensphasen der Mitarbeitenden bei der Arbeitszeitgestaltung, solidarische Verteilung der Teilzeitregelungen, Aufbau eines betrieblichen Gesundheitsmanagements und – neben anderem – Qualifizierung von Frauen für Führungspositionen.

Die Zertifikatsverleihung 2008 habe den Fortschritt bei der Erreichung dieser Ziele bestätigt, unterstrich Stroppel. Ob eine dritte Zertifizierung anstrebt werde, sei derzeit noch nicht entschieden. Die Diözese werde dennoch an diesen Zielen und Aufgaben weiterarbeiten. „Beides ist uns auch künftig wichtig“, so der Generalvikar, „dass unsere Mitarbeitenden motiviert und zufrieden sind; und: dass sie ihr Familienleben gut gestalten können – nicht obwohl, sondern weil sie erfolgreiche und geschätzte Mitarbeitende sind.