Verbrauchende Embryonenforschung widerspricht Menschen-würde

Weder die Freiheit der Wissenschaften noch die Forschung nach Medikamenten rechtfertige die Tötung von menschlichem Leben, so Bischof Fürst, zumal viele Fachleute die Erfolgsaussichten verbrauchender Embryonenforschung für die Heilung Kranker eher gering einschätzen. Die Vorstellung der industriellen Herstellung von Menschenleben zu Forschungszwecken und das massenweise in Kauf nehmen ihrer Tötung seien unerträglich. Der Mensch sei Mensch von Anfang an und auch der Wunsch nach Heilung rechtfertige nicht die Tötung ungeborenen Lebens.

Die Mehrheit der Bundesbürger, so Bischof Fürst, widersprechen der verbrauchende Embryonenforschung. Dementsprechend sei eine Finanzierung derartiger Forschungsvorhaben durch Mittel der EU, die auch von deutschen Steuerzahlern aufgebracht wurden, abzulehnen.

Die Forschung könne sich nicht auf menschliche Embryonen erstrecken, da ihnen von Anfang an Menschenwürde zukomme, sagte Fürst. Diese Würde könne ihnen nicht zu- oder aberkannt werden. Die Verfassung lasse nicht zu, zwischen Menschen mit und ohne Würde zu unterscheiden. Eine „verbrauchende“ Embryonenforschung beraube menschlichen Embryonen ihres Lebensrechtes und missbrauche sie als Mittel zum Zweck. Dies sei für den Bischof von Rottenburg-Stuttgart umso weniger nachvollziehbar, als die Forschung an embryonalen Stammzellen wenig Aussichten auf Erfolg habe. Die katholische Kirche sei immer für einen uneingeschränkten Schutz menschlicher Embryonen, aber auch für die Förderung der ethisch unbedenklichen Forschung an adulten Stammzellen eingetreten, so der Bischof.

Schon jetzt werden 50 Mio. € aus EU-Mitteln für Forschungsprojekte ausgegeben, die mit deutschem Recht unvereinbar sind. Fürst appellierte an den Ministerrat, der die endgültige Entscheidung über die finanzielle Förderung trifft, der bundesdeutschen Stichtagsregelung zu folgen und die Förderung verbrauchender Embryonenforschung zu verhindern.

Am vergangenen Freitag hatte die Bischofskonferenz die Entscheidung des Europaparlaments als schwere Niederlage für den Embryonenschutz in Europa abgelehnt.