Verbundenheit über den Tag hinaus

Ein „stimmiges Zeichen“ sei die Klagemauer, die die Katholiken in ihrer Kirche aufgebaut haben, sagte Bischof Fürst. Hier könnten die Menschen ihre Sorgen, Fragen, Zweifel und Anklagen vor Gott selbst bringen. Er wisse, dass viele Fragen noch lange nicht beantwortet seien und mancher Schmerz tiefer gehe, als dass er mit dieser zeichenhaften Handlung geheilt werden könne. Aber dieses starke Zeichen weise auch darauf hin, dass Gott ein offenes Ohr für menschliche Schmerzen und ein weites Herz für menschliches Leid habe, sagte der Bischof. Gott habe „bergende Flügel, um unseren aufgescheuchten und verängstigten Seelen darunter Schutz zu geben“.

Angesichts der Erfahrung, dass Gewalttaten, Verbrechen und Terror gerade die treffen könne, die sich nicht wehren können, verletztlich und schutzlos seien, könne es schwer sein, den im Glauben begründeten Trost anzunehmen, so Bischof Fürst. Doch das Besondere der christlichen Hoffnung bestehe gerade darin, dass sie nicht versuche Zweifel und Angst und selbst den Tod auszublenden. Vielmehr nehme sie diese Erfahrungen auf und vertraue sie der liebenden Sorge Gottes an, die alle Sorgen der Menschen rettend umfange.

Den im Gottesdienst anwesenden Helferinnen und Helfern dankte Bischof Fürst. Mitglieder der Kirchengemeinde und des Seelsorgeteams, Pfarrer, Notfallseelsorger, Lehrerinnen und Lehrer, Rettungsdienste und Polizeibeamte hätten mit ihrer Kraft andere angesteckt und dazu beigetragen, dass die Hoffnung nicht schwach werde. Teilweise bis heute seien sie für die durch die Tragödie des 11. März betroffenen Menschen da, leisteten mitmenschlichen Beistand, teilten ihre Zeit mit ihnen und zeigten ihnen neue Perspektiven, um weiter leben zu lernen, würdigte der Bischof den Einsatz der Helfer.

Dr. Thomas Broch