„Verweigerung menschlicher Begleitung“

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die Sterbehilfe sagte er, diese Debatte tendiere dazu, auf eine Ermöglichung der Tötung auf Verlangen hinauszulaufen. Die Antwort der Christen auf das Sterben sehe aber anders aus. Das Argument der Selbstbestimmung müsse ergänzt werden durch die Erkenntnis, dass liebevolle Zuwendung zu einem Menschen in der schwächsten Phase seines Lebens durch nichts zu ersetzen sei. "Geliebt zu werden ist noch wichtiger als selbstbestimmt zu leben." Fürst sprach sich für einen Ausbau der schmerzlindernden Therapien und der Palliativversorgung aus. Katholische Krankenhäuser, so Fürst, hätten diesen Weg seit längerem beschritten. Dagegen sei die Tötung schwerkranker Menschen kein Akt des Mitleids, sondern der Verweigerung menschlicher Begleitung im Sterben.


Auch mahnte Bischof Fürst zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Patientenverfügungen. Solche Verfügungen seien Ausdruck einer Freiheit, über das Sterben nachzudenken und Vorsorge zu treffen, sagte er. Aus Sterbensverkürzung könne aber auch aktive Lebensverkürzung werden. Selbstbestimmung darf Fürst zufolge als Handlungsmaßstab nicht "exklusiv leitend" sein, sondern muss ergänzt werden durch die Erkenntnis, dass liebevolle Zuwendung zum Menschen in der schwächsten Phase seines Lebens durch nichts zu ersetzen sei. Nötig sei eine „Abkehr vom technisch Machbaren hin zum lebensdienlich Verantwortbaren“.