Vielfältig erfahrener Seelsorger kommt in die Diözesanleitung

Karrer wird Nachfolger von Prälat Rudolf Hagmann, der mit dem neuen Schuljahr Pfarrer der Seelsorgeeinheit St. Gallus in Tettnang wird.

Matthäus Karrer wurde im August 1968 in Ravensburg geboren. Nach Schulbesuch und Abitur in Wangen im Allgäu studierte er von 1988 bis 1993 katholische Theologie in Tübingen und München. Seine Diplomarbeit schrieb er unter der Betreuung des Tübinger Dogmatikprofessors Hans-Jochen Hilberath über „Ehe und Familie als Hauskirche“.

Im März 1994 wurde Karrer in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard zum Diakon geweiht, im anschließenden Diakonatsjahr erwarb er in Kornwestheim erste Erfahrungen als Seelsorger. Bischof Walter Kasper weihte ihn im Juli 1995 in Neuhausen auf den Fildern zum Priester. Es folgten Vikarsjahre in Herrenberg (1995 – 1997) und in Ulm-Söflingen (1997 – 1999). War er bereits während seiner gesamten Schul- und Studienjahre ehrenamtlich in der Ministranten- und Jugendarbeit tätig, wo wurde dies auch der Aufgabenbereich seiner ersten Pfarrerstelle: Von 1999 bis 2002 war er Jugendpfarrer für den Dekanatsverband Ravensburg und das Dekanat Friedrichshafen. Zu seinen Verpflichtungen gehörten dort neben Jugendgottesdiensten oder der Begleitung der Jugendverbände u. a. auch die Zeltlagerseelsorge in Friedrichshafen-Seemoos, die Schulseelsorge an einer Ravensburger Schule oder die Mitarbeit bei der Umsetzung des diözesanen Jugendforums 2000.

Seit September 2002 ist Matthäus Karrer Pfarrer der Seelsorgeeinheit Isny im Allgäu. In der pastoralen Praxis konnte er dort bereits seine künftige konzeptionelle Arbeit vorwegnehmen, galt es doch, die sechs Kirchengemeinden zu einer Seelsorgeeinheit zusammenzuführen. Als Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sozialbetriebe der Gesamtkirchengemeinde Isny war es auch seine Aufgabe, die Altenheime, die Sozialstation und die Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft in die Pastoral der Gemeinde zu integrieren und sie nach seinem eigenen Verständnis zu „Orten einer diakonisch-missionarischen Pastoral“ zu machen. Dazu gehörte für ihn auch, sie in das ehrenamtliche Netzwerk der Gemeinde einzubinden, so wie die Gewinnung und Förderung ehrenamtlich Engagierter insgesamt ein Schwerpunkt seiner Bemühungen war und ist.

Im April 2008 wurde Matthäus Karrer zum Dekan des neu gebildeten Dekanats Allgäu-Oberschwaben gewählt. Auch hier galt es wieder, die vier bisherigen Dekanate zu einer neuen Einheit zu integrieren und für diese eine gemeinsame Struktur zu entwickeln. Auch die Personalführung der Pfarrer und die Beratung und Unterstützung beim Aufbau der Seelsorgeeinheiten war ihm ein wichtiges Anliegen, ebenso die Vernetzung der Fachdienste mit der Gemeindepastoral und die Unterstützung der Caritasarbeit der Region Bodensee-Oberschwaben. Darüber hinaus nahm er auch diözesane Aufgaben wie die Mitarbeit beim „Jugendforum hoch 3“ des Bundes der deutschen Katholischen Jugend oder bei der Resonanzgruppe „Qualitätsmanagement in den Verwaltungszentren“ wahr. Karrer ist Mitglied des Aufsichtsrats der Stiftung Liebenau und der Verbandsversammlung des Regionalverbands Bodensee-Oberschwaben.

Bei all diesen Aufgaben bleibt ihm wenig Zeit für seine sportlichen Hobbys in den nahe gelegenen Bergen, doch stellen sie für ihn einen notwendigen Ausgleich und eine Quelle der für seinen Dienst erforderlichen Energie dar.

Vielfältig werden auch die Aufgaben des künftigen Domkapitulars und Hauptabteilungsleiters in Rottenburg sein. Zu der langen Liste seiner Verantwortlichkeiten gehören die Analyse pastoraler und gesellschaftlicher Entwicklungen und die Bearbeitung von pastoralen Grundsatzfragen und Querschnittsthemen ebenso wie die konzeptionelle und organisatorische Ausgestaltung der Seelsorge und der Strukturen in den Gemeinden und Dekanaten der Diözese. In das Ressort der Hauptabteilung IV fallen auch die zahlreichen Aufgaben der so genannten Kategorialseelsorge für Menschen mit Migrationshintergrund, für Menschen mit Behinderung, in Hospizen und Kliniken, in City- und Hochschulpastoral, bei der Polizei und im Strafvollzug und vieles andere mehr. Nicht zuletzt gehört die Statistik der Diözese zu seinem Aufgabenbereich. Als Begleiter von Exerzitien oder Wallfahrten steht er auch weiterhin in unmittelbarem seelsorgerlichem Kontakt mit Gläubigen. Er ist neben der Mitgliedschaft im Domkapitel und in der Sitzung des Bischöflichen Ordinariats auch stellvertretender Vorsitzender des Caritasrats und Gebietsreferent für die Region II mit den Dekanaten Böblingen, Esslingen-Nürtingen, Göppingen-Geislingen, Ludwigsburg, Mühlacker und Rems-Murr.

Am 14. Oktober 2011 wird Matthäus Karrer als Pfarrer und Dekan in Isny verabschiedet. Seinen neuen Aufgabenbereich am Bischöflichen Ordinariat tritt er Anfang November an.

Dr. Thomas Broch