Vision eines zukünftigen Europas

Bei der Feier am Donnerstagabend im Rottenburger Martinihaus sagte er, das verzweigte Wegenetz durch die württembergische Diözese könne „wohl ohne Übertreibung als Vision eines zukünftigen Europas unter der Signatur des Heiligen Martin bezeichnet werden“. Auf www.martinuswege.de finden sich Informationen zum Weg sowie 23 zum Download geeignete Detailkarten der Teilstrecken im pdf-Format.

Es gehe beim Martinusweg nicht darum, so Bischof Fürst, möglichst schnell und geradlinig von Ost nach West die Diözese zu durchqueren. Vielmehr handele es sich um ein komplexes Netz verschiedener Wege, die Kirchen und Gemeinden unter dem Patronat des Mantelteilers verbinden. Der Martinusweg solle in der Erinnerung an den mit den Armen solidarischen Heiligen deutlich machen, „dass der Mensch erst in der Zuwendung zum anderen, hilfsbedürftigen Mitmenschen ganz zu sich selbst und nach christlicher Auffassung ganz zu Gott findet“. Erst geteiltes Menschsein sei wirklich ganzes Leben, so der Bischof.

Im Jahr 2005 hatte der Europarat den Martinusweg auf einer gedachten Linie zwischen Sankt Martins ungarischem Geburtsort Szombately und dessen Sterbeort Tours in Frankreich zum europäischen Kulturweg ernannt. Bischof Fürst entschied vor gut einem Jahr, mit einem solchen Weg in der Diözese die Erinnerung an den solidarischen Mantelteiler, Europa-Heiligen und Diözesanpatron zu pflegen und zu stärken. Martinus als mit den Armen solidarischer Heiliger ist Leitgestalt der württembergischen Diözese, die seit Jahren ihr diakonisch-missionarisches Profil weiter entwickelt. Landkreise und Kommunen, Dekanate und Kirchengemeinden engagieren sich inzwischen für den Martinusweg. Ihnen dankte der Bischof am Martinstag ausdrücklich.

Nach und nach werden Hinweisschilder mit eigens entworfenem Logo in Stadt und Land Pilgern den Weg weisen. Dieser Weg verbindet zunächst Orte mit Martinskirchen, führt aber auch zu anderen kirchlichen Kleinoden und Sehenswürdigkeiten. Die Kosten für Web-Auftritt und Ausschilderung übernahm die Diözese; vor Ort aktiv sind die Kommunen und Kirchengemeinden. So rechnen die Planer damit, dass es nach dem Vorbild des Jakobswegs in naher Zukunft Stempelausgabestellen und das eine oder andere Pilgerhospiz geben könnte.