Vision vom Reich Gottes im Alltag der Kirchengemeinde

Die katholische Nürtinger Kirchengemeinde St. Johannes feierte an diesem Tag ihr 100-jähriges Bestehen, auf 50 Jahre als eigenständige Pfarrei kann die Gemeinde St. Johannes Evangelist zurückblicken. Der Rottenburger Bischof, der selbst seine Seelsorgerlaufbahn als Diakon in Nürtingen begonnen hat, sagte: „Wo Traurige getröstet werden, Kranke gesund werden, Einsame Gesellschaft finden, dort, wo Ausgestoßene wieder aufgenommen werden, Hilflosen geholfen wird, sprachlos Gemachten eine Stimme verliehen wird, dort, wo Ängstliche Mut bekommen und Verzweifelte neuen Sinn im Leben finden, genau dort wird hier und heute das Reich Gottes schon spürbar.“ Mit Bezug auf das biblische Gleichnis vom Senfkorn, aus dem ein großer Baum wird, in dem „die Vögel des Himmels“ nisten, betonte der Bischof, es gehe nicht nur darum, selbst groß und kräftig werden“ sondern eine „einladende und wohltuende Heimat für andere“ zu werden. Christsein lebe aber auch „vom Mitmachen“, sagte Bischof Fürst. Christen seien „keine konturlosen Schatten, sondern erkennbare Zeitgenossen, die durch ihr Leben und ihre Botschaft der Zeit ein glaubwürdiges Zeichen der Hoffnung geben“. Wo Christen „die Welt begeistern und ihre Mitmenschen anstiften mit dem Feuer ihrer Leidenschaft für Gott und die Welt“, dort würden die großen biblischen Visionen Wirklichkeit, betonte der Bischof.