Von Amts wegen „Auge der Kirche“

Beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen des Ständigen Diakonats in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sagte der Bischof am Samstag im Kloster Heiligkreuztal bei Riedlingen, das Amt des Diakons stehe für den Dienstcharakter der Kirche. „Die Person des Diakons personifiziert sozusagen die Diakonie der Kirche.“ Am 3. November 1968 wurden in der württembergischen Diözese als Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils die ersten Männer - die meisten davon verheiratet - zu Ständigen Diakonen geweiht. Rottenburg-Stuttgart war nach Köln und Kamerun die weltweit dritte Diözese, die dieses biblisch belegte und über Jahrhunderte vergessene Amt wieder einführte. Heute arbeiten rund 180 Ständige Diakone in der Diözese, je zur Hälfte als hauptamtliche und als Diakone im Zivilberuf.

Bischof Fürst verwies auf eine syrische Kirchenordnung aus dem 5. Jahrhundert, nach der Diakone „Auge der Kirche“ mit Blick auf Arme, Kranke und Notleidende sein sollen. „Was kann bedeutsamer sein, als Auge der Kirche zu sein?“, fragte er vor mehr als 300 Gästen und betonte, dass in der Kirche nicht immer bewusst sei, dass Diakone als verheiratete Männer Angehörige des Klerus seien. Mit diesem Amt zeige die Kirche, dass sich Christsein nicht im Bekenntnis erschöpfen könne, sondern im Dienst aneinander spürbar werden müsse. Der Bischof wies bisweilen gehegte Erwartungen zurück, nach denen Diakone in Zeiten eines Priestermangels eine Art Priesterersatz sein könnten. „Priester sind nur durch Priester zu ersetzen und Diakone nur durch Diakone“, betonte er.

Hinweis: Näheres zum Diakonat der katholischen Kirche im Internet unter www.diakone.de.