Von Fatschenkindern, Kinderbischöfen und Betschwestern

Rottenburg. 22. Mai 2014. Einen einzigartigen Einblick in die Tradition des religiösen Spiels in der katholischen Kirche bietet das Diözesanmuseum Rottenburg in einer Ausstellung „Von tiefem Ernst und göttlicher Heiterkeit“. Sie dauert vom 27. Mai 2014 bis 18. Januar 2015. Eröffnet wird sie am Sonntag.

Das Diözesanmuseum präsentiert 120 Objekte, die 30 verschiedene Leihgeber zur Verfügung stellten. Es finden sich darunter wertvolle Gemälde, das Gewand eines „Kinderbischofs“, so genannte Fatschenkinder, bewegliche Krippenensembles, seltene Laterna-Magica-Glasbilder mit biblischen Motiven von Gustave Doré, Miniaturschnitzereien aus Oberammergau und Berchtesgaden bis hin zum Brettspiel „Reise in die Ewigkeit“ aus der Zeit um 1900 oder ein damals verbreiteter „Anker-Baukasten“, der auf der Weltausstellung in Paris als „gutes Spielzeug“ gezeigt wurde. Die Exponate blieben erhalten, obwohl sie in der Zeit der Aufklärung teilweise verboten waren. Weiten Raum nimmt auch das religiöse Spiel im Privaten und in der Familie ein, aber auch im Klosterleben. Besonderer Blickfang ist eine kostbare Schreinfigur, die eine Betschwester darstellt.

Die Exponate stammen aus Klöstern und renommierten staatlichen Museen. Leihgebern sind unter anderen das Landesmuseum Württemberg, das Bayerische Nationalmuseum München, das Historische Museum Frankfurt und das Spielzeugmuseum Nürnberg sowie Diözesanmuseen wie Trier, Freising oder Mainz sowie Privathaushalte.

Die Ausstellung erstreckt sich über das ganze Museum, eingebettet in die Dauerausstellung. Für das Kinderspielzeug hat das Team um Direktorin Prange gemeinsam mit einem Gestalter das Wohnambiente der Zeit um 1900 atmosphärisch nachempfunden.

Hinweis: Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags 11 bis 17 Uhr. Führungen nach Vereinbarung: Tel. (07472) 922180

Internetauftritt des Diözesanmuseums Rottenburg