Von St. Martin Teilen lernen

Rottenburg. 8. November 2015. Mit einem feierlichen Gottesdienst im Rottenburger Dom St. Martin hat Bischof Gebhard Fürst das Martinsjahr 2016 eröffnet. Es wartet mit einer Fülle von Wallfahrten, Pilgerwegen, Konzerten und Tagungen auf. Sankt Martin wurde vor 1.700 Jahren im heute ungarischen Szombathely, dem damals römischen Sabaria, geboren. Der 397 zum Bischof von Tours geweihte heilige Mantelteiler und Patron der württembergischen Diözese gilt als Ikone der Nächstenliebe und christlicher Bereitschaft zum Teilen. Die kommenden zwölf Monate böten eine Chance, sich auf die Spur des Heiligen zu begeben und Impulse dafür zu bekommen, wie christliche Solidarität und Hilfsbereitschaft heute aussehen könne, sagte Bischof Fürst zum Auftakt des Martinsjubiläums.

„Ein Glaube, der allein im Gottesdienst gefeiert wird, ist hohl. Er muss Tat werden, sich in der Welt bewähren“, unterstrich der Bischof. Das Martinsjahr in der Diözese Rottenburg-Stuttgart findet im Einklang mit dem von Papst Franziskus angekündigten Jahr der Barmherzigkeit statt. In dem Eröffnungsgottesdienst wurde erstmals die für das Martinsjahr an den international renommierten Komponisten Naji Hakim (Paris) in Auftrag gegebene dreiteilige "Rottenburg Toccata" intoniert. An der Orgel spielte der Rottenburger Domorganist Ruben J. Sturm das Werk, in dem Motive des diözesanen Martinsliedes "St.Martin, dir ist anvertraut" verarbeitet sind.

Martin erinnere die Kirche unablässig daran, sie solle eine diakonische, also eine helfende und heilende sein, betonte Bischof Fürst. Diese Haltung habe der Heilige eindrucksvoll vorgelebt, indem er der Not anderer nicht ausgewichen sei, sondern sich ihr gestellt habe. „Dadurch hinterlässt er uns eine diakonische Spur.“ Die Gestalt Sankt Martin bedeute „eine bleibende Mahnung und Aufforderung, wirklich wachsam zu sein“. In helfender Hinwendung liege der Maßstab kirchlicher Glaubwürdigkeit.

Nach dem Gottesdienst übergab Bischof Fürst Martinusmedaillen an 19 Frauen und Männer, die sich vorbildlich im Sinne St. Martins in Kirche und Gesellschaft engagieren. Die Kollekte war bestimmt für die Arbeit der Bischöflichen Aktion Martinusmantel, die sich für Menschen mit Problemen am Arbeitsmarkt einsetzt.

Zwei große Wallfahrten nach Tours und Szombathely, Pilgerwanderungen, Konzerte und Tagungen enthält das Programm zum Martinsjahr 2016. Bischof Fürst wird während des Martinsjahrs gezielt Orte der Barmherzigkeit und des Teilens in der württembergischen Diözese besuchen. So weiht er am Donnerstag (12. November) in Friedrichshafen das neu eingerichtete Zentrum „Die Herberge“ für obdachlose Menschen ein.

Auf der Touristikmesse CMT im Januar in Stuttgart stellt die Diözese ihren Patron vor und den nach ihm benannten Pilgerweg, der auf rund 1.200 Kilometer durch Rottenburg-Stuttgart führt. Beim CMT-Empfang der Kirchen am 21. Januar spricht Bischof Fürst über die Bedeutung von Pilgerwegen. Auch auf dem 100. Deutschen Katholikentag vom 25. bis 29. Mai in Leipzig präsentiert sich die württembergische Diözese an ihrem Stand als Martinsland, in dem der Geist des heiligen Mantelteilers präsent ist in Seelsorge, Caritas, Kunst und Kultur.

Vom 17. bis 21. Mai 2016 begleitet der Bischof die große Diözesanwallfahrt nach Tours, wo der heilige Martin 372 zum Bischof geweiht wurde. Am 19. und 20. Mai tritt im dortigen Dom zu Ehren St. Martins Grenzen überwindend die Philharmonie der Nationen unter der Leitung von Justus Frantz auf. Mit dem gleichen Programm gastiert sie am 15. Juli im Rottenburger Dom, am 3. und 4. Oktober schließlich in Szombathely.

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    (Bitte beachten Sie, dass der Termin 13. November in Weingarten entfällt)