Wachsam sein und Sprachlosigkeit überwinden

Rottenburg. 13. Februar 2014. Die Diözese Rottenburg-Stuttgart schreitet beim Kinder- und Jugendschutz und bei der Vorbeugung gegen sexualisierte Gewalt konsequent voran. Am kommenden Dienstag lädt die Präventionsbeauftragte der Diözese, Sabine Hesse, zusammen mit dem Rottenburger Institut für Fort- und Weiterbildung pastorale Mitarbeiter zur ersten von vier regionalen Info-Veranstaltungen nach Heilbronn ein. Weitere Nachmittage für insgesamt 150 Teilnehmer finden noch im Februar in Weingarten, Aalen und Stuttgart statt. „Es geht darum, Wachsamkeit zu kultivieren, Sprachlosigkeit zu überwinden und in den Kirchengemeinden entsprechende Regeln und Strukturen zu entwickeln“, sagt Hesse.

Eine erste verpflichtende Schulung für Seelsorgerinnen und Seelsorger fand bereits in Wangen/Allgäu statt; weitere folgen im März in den Dekanaten Mühlacker und Ludwigsburg. Laut Hesse soll die Schulungsreihe für 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Frühjahr 2015 beendet sein. Die Mitarbeiter werden in Kooperation mit kirchlichen und nichtkirchlichen Fachberatungsstellen an verschiedenen Orten geschult.

In der vergangenen Woche fand auf Einladung der Präventionsbeauftragten in Stuttgart eine so genannte Open Space-Tagung mit dem Jesuitenpater und Schulleiter Klaus Mertes (St. Blasien) und mit Julia von Weiler vom Verein Innocence in Danger (Berlin) statt. 40 kirchliche und nichtkirchliche Fachleute waren gekommen, um Ziele und Visionen von Prävention zu diskutieren. Die Präventionsbeauftragte Hesse stimmte mit Teilnehmern und Referenten überein, auf allen Ebenen müsse auch subtiler Gewalt begegnet werden. Pater Mertes hatte appelliert, Prävention mit unabhängiger Aufklärung geschehener Fälle zu verbinden. Zudem gelte es, in einer Haltung der Demut, Einfachheit und Offenheit sprachfähig zu werden in allen Fragen der Sexualität. Von Weiler rief dazu auf, in der Kirche gezielt Orte der Zuflucht und Sicherheit für Kinder und Jugendliche zu schaffen.