Wege gehen, die noch niemand ging

Rottenburg/Untermarchtal. 7. Juni 2014. Weihbischof Johannes Kreidler hat am Samstagvormittag in der Vinzenzkirche des Klosters Untermarchtal sechs Männer durch Handauflegung und Gebet zu Diakonen geweiht. Die Geistlichen werden nach Beendigung ihrer theologischen Studien, der Absolvierung einer pastoral-praktischen Ausbildung und nach der Prüfung ihrer Berufung als Diakone im Zivilberuf tätig sein.

Weihbischof Kreidler wies in seiner Predigt, die mit dem Weihespruch „Bleibt in meiner Liebe“ überschrieben war, auf das besondere Dienstprofil des Diakonenamtes hin. Er appellierte an die Weihekandidaten: „Gehen Sie auf Ihrem zukünftigen Weg nicht nur die glatten Straßen; gehen Sie Wege, die noch niemand ging, damit Sie Spuren hinterlassen. Gehen Sie zu denen, deren Leben nicht mehr im Glanz von Kaufkraft, Arbeitskraft und Erlebniskraft steht; zu Menschen, die krank sind, behindert, ohne Arbeit, zu Menschen, die psychisch leiden oder auf irgendeine Weise allein mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen“. Kreidler nahm dabei Bezug auf Papst Franziskus und dessen Apostolisches Schreiben „Evangelii Gaudium“ in dem zu lesen ist: „Mir ist eine „verbeulte“ Kirche, die verletzt und beschmutzt ist, weil sie auf die Straßen hinausgegangen ist, lieber, als eine Kirche, die aufgrund ihrer Verschlossenheit und ihrer Bequemlichkeit, sich an die eigenen Sicherheiten zu klammern, krank ist“.

Seit dem Jahr 1968 werden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Ständige Diakone ausgebildet. Derzeit üben rund 300, großenteils verheiratete Männer, als Diakone ihren Dienst aus, die meisten im Zivilberuf. Der Termin der Diakonenweihe ist jedes Jahr am Samstag vor Pfingsten.

Geweiht wurden:

Franz Fluhr (51), in Bad Waldsee geborener Schreiner, Rettungsassistenten und Fachkrankenpfleger, verheiratet und Vater von fünf Kindern, der in Osterhofen (bei Bad Waldsee) lebt. In seiner Gemeinde war er lange tätig als Kirchengemeinderat, Lektor, Kommunionhelfer, Wortgottesdienstleiter und in der Katechese. In seiner Ausbildungsgemeinde lag sein Engagement vor allem in der Jugendarbeit. Künftig wird er in St. Petrus und Paulus in Reute bei Bad Waldsee seinen Dienst ausüben.

Christian Feuerstein (37) wurde in Friedrichshafen geboren, ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Der Pädagoge unterrichtet an einer Grundschule in Schemmerhofen. In seiner Ausbildungsgemeinde St. Remigius Biberach-Stafflangen, war er als Lektor, Kommunionhelfer und Leiter von Wort-Gottes-Feiern tätig. Nach der Weihe wird er dort seine Arbeit fortsetzen, Schwerpunkt wird dabei die Begleitung von jungen Familien sein.

Martin Fischer (47) ist in Erbach/Donau geboren und aufgewachsen, er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Aichwald. Der studierte Betriebswirtschaftler arbeitet seit 2001 als selbständiger Trainer und Berater für Führungskräfte. Seine Einsatzgemeinde nach der Weihe ist seine Ausbildungsgemeinde St. Anna in Weinstadt - Beutelsbach. Der Tätigkeitsschwerpunkt Fischers wird dabei in der geistlichen Leitung des Lobpreis- und Gebetsabends, sowie in der Jugendseelsorge liegen.

Jörg Stein (40) ist seit 2012 Vorstand des Familienerholungswerks der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V., zuvor war er seit 2004 Vorstandsassistent bei der Stiftung Katholische Freie Schule. Der Vater von drei Kindern stammt aus dem Saarland, ist gelernter Verlagskaufmann und studierter Geisteswissenschaftler. Diakonisch liegen seine Schwerpunkte in der Jugend- und Familienarbeit, sowie im Eine-Welt-Engagement. Nach seiner Weihe wird er seinen Dienst in der Gemeinde St. Martinus in Starzach-Bierlingen ausüben.

Michael Hentschel (53) stammt aus Plüderhausen, ist verheiratet und hat vier Kinder. Der studierte Informatiker arbeitet als IT-Teamleiter und war bislang vielfältig in seiner Kirchengemeinde engagiert. Der Schwerpunkt während seiner Ausbildung war ein Besuchsdienst für Wohnungslose und die Männerpastoral. Künftig möchte er sich vor allem für Flüchtlinge und Wohnungslose einsetzen. Seinen Dienst wird er nach der Weihe in der Pfarrei Zum Heiligsten Herzen Jesu in Plüderhausen ausüben.

Thomas Lerner (43), in Bad Buchau geboren, ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt in Oggelshausen am Federsee. Der Bauingenieur arbeitet als Statiker in einem oberschwäbischen Baumaschinenkonzern und war in seiner Kirchengemeinde als Kirchengemeinderat, Kommunionhelfer und Wortgottesdienstleiter im Einsatz. Ein Schwerpunkt seiner diakonischen Ausbildung lag in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen, die er auch nach seiner Weihe fortführen wird. Seine Einsatzgemeinde wird dann St. Cornelius und Cyprianus in Bad Buchau sein.

Manuela Pfann

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Weihen und Beauftragungen 2014