„Wegweisende Entscheidung zum Schutz der Menschenwürde“

Im konkreten Fall bedeutet dies die Ablehnung der Thomson/WARF-Stammzell-Anmeldung als Patent.

Diese eindeutige Positionierung des Patentamts bedeutet für Bischof Fürst einen bemerkenswerten Wendepunkt in einer Entwicklung, in der bereits mehrfach Patente auf die Nutzung menschlicher Embryonen erteilt worden waren. Zwar hatte das Europäische Parlament bereits im Jahr 2005 in einer Resolution das Europäische Patentamt aufgefordert, keine Patente auf Stammzellen zu erteilen, die aus menschlichen Embryonen gewonnen werden. Die Gen-Patentrichtlinie 98/44 der Europäischen Union verbietet ausdrücklich Patente zur industriellen Nutzung menschlicher Embryonen. Dennoch hatte die Industrie immer wieder versucht, derartige Patente durchzusetzen. „Ich bin dankbar dafür“, so Bischof Fürst, „dass mit der Entscheidung der Großen Beschwerdekammer des Europäischen Patentamts die allen europäischen Gesetzen übergeordnete Würde des Menschen in eindeutiger Weise gestärkt und ihr absoluter Vorrang vor allen wirtschaftlichen Interessen betont wird.“ Bischof Gebhard Fürst ist Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz.