Weihbischof Johannes Kreidler auf dem Hohenberg in Horb

„Wir müssen endlich begreifen, dass wir in einer Welt leben“, so Kreidler in seiner Predigt. Als Partner unter Partnern müsse Afrika seinen gerechten Platz in der einen Welt finden. In Zeiten globalisierter Konkurrenzkämpfe wolle jedoch jeder zuerst selbst sehen, wo er bleibt. In der westlichen Welt entwickelten sich die Menschen zu einer Gesellschaft isolierter Einzelner, während die afrikanische Gesellschaft aus der Solidarität der Gemeinschaft lebe. „Ich bin, weil wir sind“, so der Grundsatz der afrikanischen Menschen. In unserer Gesellschaft heiße der Grundsatz vieler dagegen: „Ich bin, weil ich fitter, intelligenter und schneller bin als der andere.“
Gott selbst sei es, der alles von der Gemeinschaft, von seinem Volk Gottes, her sehe. Wenn alle Menschen von Gott und dem Volk Gottes her denken würden, so Kreidler, dann wäre niemand allein und isoliert, jeder wäre in seiner Gemeinschaft geborgen und könnte ein angstloses Lebensgefühl haben.

Die afrikanische Lebensfreude, die große Kreativität, der Mut und Stolz der Afrikaner ließen manche europäische Haltung kleinmütig erscheinen. „Brauchen wir nicht etwas von deren Lebendigkeit und deren Lachen, wenn wir hier allzu oft ernst und sorgenvoll dreinblicken? Brauchen wir nicht etwas von ihrer Tapferkeit und ihrem Lebenswillen, wenn wir dazu neigen, uns wehleidig selbst zu bemitleiden?“ fragte Kreidler. Wenn wir ein neues Beziehungsnetz mit den Menschen in Afrika knüpften, könnten die Beziehungen ein Geben und Nehmen werden. Wir würden von ihren Reichtümern, ihrer Gastfreundschaft, ihrer Herzlichkeit, den fröhlichen und lachenden Gesichtern beschenkt werden.

Der Ausschuss „Mission, Entwicklung, Frieden“ der Kirchengemeinde Auferstehung Christi hatte gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde in Horb den Gottesdienst und den Hungermarsch vorbereitet. Der Ausschuss unterhält zahlreiche Partenschaften nach Afrika.