Weihbischof Kreidler warnt vor Egoismusfalle

Im Eröffnungs-Gottesdienst der Caritas-Woche rief Weihbischof Johannes Kreidler zur gelebten Verantwortung für den Nächsten auf. Angesichts des Um- und Abbaus der sozialen Sicherungssysteme wachse die Gefährdung von immer mehr Menschen, nicht mehr am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, mahnte Kreidler in seiner Predigt. „Viele geraten an den Rand der Gesellschaft und an die Grenze dessen, was ein Mensch tragen kann“, sagte der Weihbischof. Hier sei insbesondere die Kirche gefordert. „Wo Kirche draufsteht, muss lebendiges, verantwortungsbereites und tatkräftiges Christentum drin sein“, so Kreidler.

Nach seinen Worten sei insbesondere die Arbeit der Caritas zu einem überzeugenden Zeichen der Glaubwürdigkeit der Kirche geworden. Der Wohlfahrtsverband richte sein Hilfsangebot immer wieder an den Bedürfnissen und Gegebenheiten der Gegenwart aus. Deshalb brauche die Caritas die professionelle Arbeit des Verbandes und sei auf die die christliche Gemeinde vor Ort angewiesen. Caritas als Arbeit des Verbandes und als gemeindliche karitative Arbeit vor Ort stehe für eine Kirche, die nicht nur Expertin für Gott, sondern auch Expertin für den Menschen sein soll, sagte der Weihbischof. Nur wenn man wirklich um den Menschen wisse, könne man auch in Menschlichkeit investieren. „In Zeiten, da an öffentlichen Geldern für soziale Arbeit immer stärker der Rotstift angesetzt wird, helfen Spenden, die Hilfsangebote der Caritas abzusichern und mit zu tragen“, sagte Kreidler.
Zudem hob er das ehrenamtliche Engagement hervor. „Wer in einer ehrenamtlichen Aufgabe Zeit und Kraft für andere investiert, der verschenkt sich selbst, damit das Leben der anderen besser gelingen kann“, so Weihbischof Johannes Kreidler. Ohne Engagement für andere, kreise der Mensch um sich selber und gerate in die „Egoismusfalle“.

In der Woche vom 16. bis 24. September ruft die Caritas in den katholischen Kirchengemeinden Baden-Württembergs zur Caritas-Sammlung auf. Unter dem Slogan „Investieren Sie in Menschlichkeit – Spenden von Mensch zu Mensch“ sammelt der Wohlfahrtsverband Geld für Menschen in Not und für die vielfältige Arbeit vor Ort. Vom Sammelergebnis bleiben 50 Prozent in den Kirchengemeinden für karitative Aufgaben, die andere Hälfte wird für die Arbeit der Caritas eingesetzt. Die „Caritas-Woche“ endet mit dem Caritassonntag am 24. September, der unter dem bundesweiten Jahresthema „Integration beginnt im Kopf. Für ein besseres Miteinander von Deutschen und Zuwanderern“ steht.

Hinweis: Die Caritas bittet um Spenden unter dem Stichwort „Caritas-Sammlung“ auf das Konto 2 666 222 bei der Landesbank Baden-Württemberg (BLZ 600 501 01).