Weihbischof Renz beim Landfrauentag in Leutkirch

Insbesondere die Anteilnahme der Menschen an den Ereignissen des vergangenen Jahres. Das Sterben von Papst Johannes Paul II. und der Wahl von Papst Benedikt XVI. zeigten, wie bedeutend die Fragen der Religion für den Einzelnen und für die ganze Gesellschaft seien – aller Negierung und Unkenrufen zum Trotz, sagte Weihbischof Thomas Maria Renz in Leutkirch. Die Gegnerschaft gegen Glaube und Kirche weiche zunehmend einer Offenheit für das Religiöse und Spirituelle. In einer Gesellschaft, die sich durch Unübersichtlichkeit und Vereinzelung auszeichne, in der Lebensgenuss, Lebensstandards und Gesundheitsbewusstsein auf der Werteskala der Menschen höher stehen, als soziale und religiöse Werte, suchten die Menschen nach einem Glauben, der sie trage. In diesen Zeiten des Umbruchs sei es wichtig, dass Christen sich nicht in die Innerlichkeit zurückziehen, sondern ihre Hoffnung in ihrem Handeln bezeugten. „Christen leben nicht fremd, sondern mitten in der Welt“, sagte der Weihbischof.


Glauben bedeute, den anderen mit Sympathie zu begegnen, die Welt und das eigene Leben zu bejahen und sie in der Kraft des Heiligen Geistes mitzugestalten. Dazu gehöre auch, sich den unangenehmen Seiten des Lebens zu stellen und sich für die Wahrheit und Gerechtigkeit einzusetzen, auch wenn es schwierig und unbequem werde.


Renz betonte: „Unser Glaube ist nicht nur ein bereicherndes Geschenk. Er ist zugleich Aufgabe. Unsre Überzeugung verpflichtet uns Christen nicht nur, positiv zu denken, sondern auch positiv zu handeln.“
Mut zum Zeugnis bedeute in unserer Zeit insbesondere auch die Anwaltschaft für die Würde, Achtung und Ehrfurcht vor der Person von der Zeugung bis zum Tod.


Der Weihbischof würdigte insbesondere das große Engagement in den Verbänden und Kirchengemeinden: „Tausende von Laien sind heute ehrenamtlich und auch hauptamtlich in unseren Gemeinden tätig, so viele wie noch nie zuvor in der Geschichte – allein in unserer Diözese etwa 100.000!“

Der Landfrauentag in Leutkirch ist einer von insgesamt 28 Begegnungstagen für Frauen aus Stadt und Land, die an verschiedenen Orten in der Diözese stattfinden. In der Zeit von Januar bis März treffen sich von Bad Mergentheim bis Tettnang, von Heiligenbronn bis Neresheim über 2500 Frauen zu regionalen Veranstaltungen. Ursprünglich 1949 als Aus-Tag für Bäuerinnen geplant, nehmen heute zunehmend Frauen aus den verschiedensten Berufen an den Treffen teil. Initiiert werden die Veranstaltungen, die meist von Ehrenamtlichen organisiert und vorbereitet werden, vom Katholischen Frauenbund.