„Weihnachten ist Appell zu mehr Kinderfreundlichkeit“

Es sei kaum zu ertragen, dass ausgerechnet die Schutzlosesten in oftmals überforderten Familien so schwer leiden müssten, sagte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Freitag in einem Interview des Fernsehsenders RegioTV in Stuttgart. Solche Tragödien geschähen oft in einem sozial schwierigen Umfeld. Bischof Fürst stelle sich gemeinsam mit dem württembergischen Landesbischof Frank Otfried July den Fragen des Senders.

„Armut und Bildungsarmut von Kindern belastet mich emotional persönlich wie in meiner Funktion als Bischof“, sagte Gebhard Fürst. Weihnachten mit der Botschaft von dem im Kind Jesus Mensch gewordenen Gott sei ein Appell zu mehr Kinderfreundlichkeit. Die Kirche habe den Auftrag, eine Kinder bejahende Atmosphäre zu schaffen. In kompetent geführten kirchlichen Kindergärten sollten Kinder Geborgenheit und Eltern Unterstützung erfahren. Jesus sei vom Kind in der Krippe zu einem Mann gereift, „der dann selbst Kinder in die Mitte stellte“ und sie den Erwachsenen als die Zukunft präsentiert habe.

Landesbischof July bezeichnete als kirchliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe danach zu suchen, wo Familien stützende Netzwerke fehlen. Die Kirche müsse offene Türen anbieten und das öffentliche Bewusstsein dafür schärfen, „dass Kinder ein Schatz und kein Hemmnis im Leben sind“. Die Nachrichten von den Familientragödien der vergangenen Wochen hätten ihn ermutigt, verstärkt der sozialen Frage nachzugehen. Es sei nicht hinnehmbar, so der Landesbischof, dass einerseits immer mehr Kinder in Deutschland nicht genug zu essen hätten und andererseits Spitzenmanager 40 bis 50 Millionen Gehalt jährlich bezögen.

Hinweis: Das Gespräch ist auf regioTV mit seinen drei Standorten zu verschiedenen Sendeterminen während der Weihnachtsfeiertage zu sehen.