Weniger Kirchenaustritte – mehr Kircheneintritte

Nach der jetzt vorliegenden Statistik für 2004 kehrten insgesamt 9.012 Katholiken ihrer Kirche den Rücken, das sind 1.859 weniger als im Vorjahr. Die Zahl entspricht einem Anteil von 0,45 Prozent im Verhältnis zur Gesamtzahl der Katholiken von jetzt 1.989.165 (minus 9.037). Die geringsten Austrittszahlen haben die Dekanate Riedlingen (0,08 Prozent), Neresheim (0,13 Prozent) und Ellwangen (0,14 Prozent), die meisten Austritt die Dekanate Stuttgart-Mitte (0,71 Prozent) und Böblingen (0,70 Prozent) zu verzeichnen. Im Jahr 2003 lagen die Kirchenaustritte diözesanweit im Mittel noch bei 0,54 Prozent.

Dem Rückgang bei den Austritten steht – wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau - eine Steigerung bei den Wiederaufnahmen und Übertritten gegenüber: 595 Katholiken traten in die katholische Kirche wieder ein, 252 Christen kamen von einer anderen Konfession - soviel wie seit über vier Jahrzehnten nicht mehr. Im Jahr 2003 lagen die Zahlen bei 500 bzw. 232. Für das laufende Jahr zeichnet sich eine Fortsetzung dieser positiven Entwicklung ab: im ersten Halbjahr wurden bereits 410 Katholiken wieder aufgenommen (davon 225 im 2. Quartal seit der Papstwahl), 228 Christen konvertierten zur katholischen Kirche. Unter dem Titel "Für alle, die in die Kirche zurück wollen" hat das Bischöfliche Ordinariat ein Faltblatt herausgegeben, das über die Schritte der Wiederaufnahme informiert.

Einen Rückgang um 0,12 Prozent auf 13,4 Prozent verzeichnet die diözesanen Statistik beim regelmäßigen Besuch des Sonntagsgottesdienstes. In absoluten Zahlen waren dies im Schnitt 266.000 Katholiken. In den einzelnen Dekanaten gibt es beim Kirchenbesuch erhebliche Unterschiede. Den höchsten Anteil verzeichnet das Dekanat Ellwangen mit 25,3 Prozent, gefolgt vom Dekanat Laupheim (23,08 Prozent) und den Dekanaten Riedlingen (22,65) und Ehingen (22,21). Am unteren Ende der Skala stehen die Dekanate Mühlacker (6,87 Prozent), Backnang (8,26), Esslingen (8,41) und Ludwigsburg (8,43). Nach der aktuellen Online-Umfrage "Perspektive Deutschland", die in Zusammenarbeit von AOL, ZDF, "Stern" und McKinsey durchgeführt wurde, besuchen bundesweit mindestens 55 Prozent der Katholiken mindestens ein Mal im Jahr den Gottesdienst. Mindestens ein Mal im Monat gehen im Schnitt 18 Prozent der Katholiken in die Kirche. Während diese Zahl bei den Jugendlichen bis 19 Jahren bei 20 Prozent liegt, halbiert sie sich bei den 20 bis 29-Jährigen auf zehn Prozent. Die Zahl der Taufen lag 2004 bei 15. 575, das sind 469 weniger als im Jahr davor. Zum Priester bzw. Ständigen Diakon geweiht wurden in diesem Jahr 9 bzw. elf Männer. Als Pastoralreferenten/innen und Gemeindereferenten/innen beauftragt wurden bzw. werden neun bzw. sechs Männer und Frauen. Die kirchliche Lehrerlaubnis für den Religionsunterricht (Missio canonica) wurde 201 Männer und Frauen verliehen.

Hinweis: Das Faltblatt kann kostenlos bezogen werden bei der Expedition des Bischöflichen Ordinariats, Pf 9, 72101 Rottenburg, Tel.: 07472/ 169-250.