"Wenn Wege sich trennen"

Die vielfach große persönliche Not leidenden Paare sollten sich von den Gemeinden angenommen und nicht isoliert fühlen können, sagte Drumm am Sonntag in der Stuttgarter Leonhardskirche beim traditionellen ökumenischen Gottesdienst für getrennt lebende und geschiedene Paare. Er rief zu einem verstärkten ökumenischen Engagement für die Betroffenen auf. Die Gemeinden sollten die Paare begleiten und "Ohr für sei sein". Seit 1998 gibt es in Württemberg jährlich einen christlichen Gottesdienst für getrennte lebende und geschiedene Paare; vor fünf Jahren gestalteten ihn die katholische und die evangelische Kirche erstmals gemeinsam.

Bei dem Gottesdienst unter dem Motto "Wenn Wege sich trennen" wies der Ordinariatsrat auf die katholische Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe hin, die bei allen persönlichen Nöten der Geschiedenen nicht aufgegeben werden könne. Das Bewusstsein der Unauflöslichkeit der Ehe im Glauben an den Bund unter Gottes Zusage solle den Paaren in Krisen Hoffnung schenken, "dass am Ende doch alles gut wird". Das Prinzip Hoffnung in der Ehe gründe in der Hoffnung auf den treuen und liebenden Gott, sagte Drumm.

Zweifellos stoße sich die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe mit der harten Realität vieler Trennungen und Scheidungen, betonte der Ordinariatsrat. Eine Trennung auf Zeit könne freilich für in einer Krise stehende Paare auch eine Chance sein, sich neu zu finden und dabei die Hoffnung auf eine weitere gemeinsame Zukunft nicht aufzugeben. "Eine solche Hoffnung hat die Kraft, die eheliche Beziehung zu nähren und zu stärken", so Drumm.