„Wer aufhört Gott zu ehren, wird früher oder später selbst Gott spielen wollen.“

In Jesus, dem Kind von Bethlehem, sei „das Heilige selbst unter uns Menschen erschienen“, sagte Bischof Fürst. Gott selbst, der Heilige, sei „unter uns, um uns zu lieben, zu verwandeln, um uns an sich zu ziehen“.

Allerdings stehe die Haltung, das Heilige anzubeten und vor dem ganz Anderen und Unverfügbaren zu verharren wie die Hirten und Könige an der Krippe, „wider den Zeitgeist, gegen plausible Mentalitäten in der Gesellschaft“. Viele Menschen unserer Tage wollten nicht anbeten, sondern „machen, managen, verändern, analysieren, neu erfinden, experimentieren, grenzenlos forschen“, betonte der Bischof. „Alles geht, alles darf sein.“ Wer dies bestreite, erscheine als Feind der Kultur, der Forschung und des grenzenlos freien Marktes. Doch spürten viele Menschen, dass Leid und Leiden eben dadurch erzeugt werde, „dass wir anbetungslos geworden sind und keine Grenzen kennen wollen“, sagte Bischof Gebhard Fürst.

In diesem Zusammenhang verwies Bischof Fürst auf die Biotechnologie. Diese sei an sich kein Übel und könne sogar ein Segen sein. Doch könne sie auch dazu verführen, mit dem Leben des Menschen alles zu machen, was gemacht werden kann. Nichts sei mehr heilig und vor dem Zugriff des Machens geschützt. „Wir liefern den Menschen dem Menschen aus“, sagte Bischof Fürst. „Nicht in der Forschung steckt die Gefahr, sondern dass sie hemmungslos geworden ist, gefährdet uns.“ Menschliches Leben werde zur Verfügungsmasse degradiert. „Wer meint, über alles verfügen zu können, der tötet menschliche Embryonen für Forschungszwecke; der verwirft embryonale Menschen, die nicht zu unseren Vorstellungen vom perfekten Leben passen; der stellt beim Klonen beliebig viele Kopien vom Menschenmaterial her und zerstört seine Einzigartigkeit und Originalität; der meint schließlich auch, aktiv zum Sterben helfen zu müssen“, betonte der Bischof. Wer aufhöre, Gott zu ehren, der fange früher oder später an, selbst Gott spielen zu wollen. Dies, so Bischof Fürst, sei „ein verheerendes Spiel, das uns auf abschüssiger Bahn dem Abgrund unserer Existenz entgegentaumeln und unsere Menschenwürde verspielen lässt“. Wer Gott die Ehre gebe, der würdige den Menschen – und umgekehrt, sagte Bischof Gebhard Fürst.