Wertvoller Beitrag zum Musikleben

28 Werke oberschwäbischer Klosterkomponisten aus dem Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Tübingen sind künftig in der Diözesanbibliothek der Diözese Rottenburg-Stuttgart zugänglich. Am Donnerstag haben der Universitätsrektor Professor Bernd Engler und der Justitiar der Diözese, Professor Felix Hammer, sowie der Leiter der Diözesanbibliothek, Georg Ott-Stelzner, einen Dauerleihvertrag über das Aufführungsmaterial unterzeichnet. Für die Aufführung bearbeitet hat der Musikwissenschaftler Professor Alexander Sumski die historischen Notenbestände.

Mit diesen Werken wird die bereits in der Diözesanbibliothek vorhandene Sammlung um wesentliche Stücke ergänzt. Schon im März 2007 hatte Alexander Sumski der Rottenburger Diözesanbibliothek von ihm bearbeitete Bestände wiederentdeckter oberschwäbischer Klostermusik des 17. und 18. Jahrhunderts aus seinem eigenen Archiv in einem Dauerleihvertrag überlassen. Dabei handelt es sich um Kopien der Quellen, Bearbeitungsvorlagen, Partituren, Klavierauszüge, wissenschaftliche Texte und eine Dokumentation aller Aufführungen.

Professor Alexander Sumski, bis 1999 Universitätsmusikdirektor in Tübingen, widmete über 20 Jahre seiner beruflichen Tätigkeit der barocken Klostermusik Oberschwabens. Durch sein Forschen wurden Musikwerke einer ganzen Region zusammengetragen und wieder zum Klingen gebracht. Das reiche musikalische Erbe der oberschwäbischen Klöster ist nach der Säkularisation in Vergessenheit geraten und musste aus Archiven in Deutschland, der Schweiz, Polen und Tschechien erhoben, zusammengetragen und für die Aufführung bearbeitet werden. 59 Werke wurden von Sumski bis 2005 aus dem Quellenmaterial als Kopiervorlagen hergestellt. In der Diözesanbibliothek wird die Sammlung künftig für Chöre, Musikschaffende und Wissenschaftler nutzbar gemacht.

Zu der Sammlung, die am Donnerstag von der Universität Tübingen zur Verfügung gestellt wurde, gehören u. a. Werke von P. Nikolaus Betscher (1745-1811), dem Abt des Prämonstratenserklosters Rot an der Rot (Missa in C, Te Deum, Requiem in c-moll), von P. Isfried Kayser (1712-1771) aus dem Prämonstratenserkloster Obermarchtal (Kyrie) und P. Ämilian Rosengart (1757-1810) aus dem Benediktinerkloster Ochsenhausen (Ave maris stella, Missa in B, Te Deum).