Wichtiger Beitrag zu kirchlicher Unternehmenskultur

Die Befragung von insgesamt zehn Führungskräften, je zur Hälfte aus der Rottenburger Diözesanverwaltung und aus Einrichtungen und Verbänden in der Diözese, fand von April bis Oktober 2011 statt. Der jetzt vorgelegte Bericht wird am 8. März auf dem „Freiburger Kongress Personalführung“ vorgestellt, zu dem die Erzdiözese Freiburg, der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg, die Führungsakademie Baden-Württemberg, die Handwerkskammer Freiburg und die IHK Südlicher Oberrhein einladen und sich mit den Teilnehmern über innovative Praxiserfahrungen in der Personalführung austauschen.

Das Rottenburger Konzept entstand im Rahmen der Führungskräfteentwicklung der Diözese. Es entspricht aber auch den Forderungen der Mitarbeitervertretung nach Verbesserung der Führungskultur. Es versteht sich als konkrete Umsetzung des Leitbilds und der Führungsgrundsätze der Diözesankurie. Deshalb sind neben sozialwissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden ausdrücklich auch geistliche Inhalte Bestandteile des Führungsfeedback, ein Begriff, der bei den Befragten auf größere Akzeptanz stößt als „Vorgesetztenbeurteilung“.

Das Pilotprojekt, das im Auftrag von Generalvikar Clemens Stroppel gemeinsam mit Abteilungsleiterinnen und -leitern in der Verantwortung der Stabsstelle Entwicklung, Bereich Personalentwicklung konzipiert wurde und die Vorlage für die breitere Durchführung in der Diözese darstellt, sieht zunächst zwei geistliche Einstimmungstage für Führungskräfte vor. Mit einem Planungstag, einer Informationsveranstaltung für die Abteilung und der Auswertung findet dann die eigentliche Befragung statt. Geistliche Tage für die teilnehmenden Führungskräfte bilden den Abschluss.

Grundlage der von externen Moderatoren begleiteten Befragung ist ein von dem Managementcenter Vorarlberg erarbeitetes Konzept „Fragen, die weiterführen“ – und zwar zu den drei zentralen Themenbereichen Team, System und Selbstführung. Daraus wählen die Führungskräfte 10 bis 15 Fragen auf ihre Person hin aus. Die online erfolgenden Antworten werden anonym ausgewertet; auf der Basis der Selbst- und Fremdeinschätzung wird eine Stärken- und Schwächenbilanz erstellt, die zunächst im direkten Gespräch mit der Führungskraft, anschließend in einem Workshop der Abteilung erörtert wird.

Nach Einschätzung der am Pilotprojekt Beteiligten hat das Führungsfeedback Offenheit und Ehrlichkeit in der Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen ebenso gestärkt wie die Effizienz der Zusammenarbeit und die Identifizierung der Mitarbeitenden innerhalb der Abteilung. Auch den spirituellen Elementen wird dabei eine wichtige Rolle als wesentlichen Bestandteilen einer kirchlichen Unternehmenskultur attestiert.

Ein zusammenfassender Bericht kann bezogen werden über: Bischöfliche Pressestelle, Fax: 07472 169-555; E-Mail: Pressestelle(at)bo.drs.de

Dr. Thomas Broch