Veranstaltung

Wie weiter mit der Pflege?

Klatschen reicht nicht. Eine digitale Podiumsdiskussion soll Perspektiven für das Pflegesystem auf Landesebene aufzeigen. Foto: Pflegebündnis Ulm

Um Perspektiven für das Pflegesystem auf Landesebene geht es bei einer Podiumsdiskussion des Ulmer Pflegebündnisses mit Landtagskandidaten.

Personalmangel, schlechte Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne – die Liste der Probleme und Themen in Pflegebereich ist lang: Ob eine bedarfsgerechte Krankenhauslandschaft, die Finanzierung der Pflegeversicherung oder die unsichtbar gemachte häusliche Pflege – Wege, wie es weitergehen soll, werden dringend gesucht. Bei einer Podiumsdiskussion via Zoom und Youtube sollen Perspektiven auf Landesebene ausgelotet werden.

„Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist deutlich sichtbar, dass das deutsche Pflegesystem an vielen Ecken in der Sackgasse steckt“, sagt Betriebsseelsorgerin Susanne Hirschberger. Die Betriebsseelsorge Ulm hat im Mai 2018 zusammen mit verschiedenen Gruppierungen aus Politik und Gesellschaft sowie Pflegepersonal aus Krankenhäusern und Seniorenheimen das Ulmer Bündnis für Pflege gegründet, um zu informieren, sich gegenseitig zu stärken und Verbesserungen im Pflegesystem einzufordern. „Genug geklatscht!“ findet das Pflegebündnis Ulm.

Digitaler Frühschoppen

Bei dem digitalen Frühschoppen am Sonntag, 28. Februar diskutieren Vertreterinnen aus der Pflege mit Landtagskandidaten aus den Wahlkreisen Ulm und Ehingen. In drei Statements sollen die Personalausstattung in der Altenpflege, die Finanzierung der Pflege aus Sicht der Betroffenen und aktuelle Entwicklungen in der Krankenhauslandschaft in der Region beleuchtet werden. Es sprechen Ilka Steck, Altenpflegerin und Mitarbeitervertreterin, Jana Langer, Krankenschwester und Personalrätin, und Mechthild Laur, Vorsitzende des Kreis-Senioren-Rats.

Nach jedem Statement kommen die Politiker zu Wort. Zu Gast sind: Leon Genelin (FDP), Robert Jungwirth (Die Grünen), Thomas Kienle (CDU), Martin Rivoir (SPD) und Mustafa Süslü (Die Linke). Moderiert wird die Diskussion von Caroline Haro-Gnändinger.

„Die Veranstaltung wird nicht an Corona ausgerichtet“, betont Betriebsseelsorgerin Hirschberger. Denn die Personalsituation sei schon vor Corona sehr schwierig gewesen, was nicht zuletzt an der im Schnitt vergleichsweise kurzen Verweildauer im Pflegeberuf liege. „Es muss sich grundlegend etwas ändern.“ Auch der steigende Eigenanteil bei der Finanzierung der Pflegekosten sei besorgniserregend. „Vor allem Frauen rutschen schnell in die Armut.“

Um möglichst vielen Pflegekräften die Teilnahme an der Veranstaltung zu ermöglichen, hat das Pflegebündnis die Diskussion als eine Art digitaler Frühschoppen auf Sonntagvormittag terminiert. Interessierte können sich nach Anmeldung auch via Zoom-Chat aktiv beteiligen.

Anmeldung per E-Mail mit Name und Vorname an: kontakt@pflegebuendnis-ulm.de

INFO

Digitale Podiumsdiskussion zum Thema „Genug geklatscht! Wie weiter mit der Pflege in Baden-Württemberg?“ am Sonntag, 28. Februar 2021, um 10.30 Uhr via Zoom und Youtube.

Der Youtube-Link kann kurz vor dem Termin auf der Seite des Pflegebündnisses abgerufen werden: https://www.pflegebuendnis-ulm.de/live/