„Wohlwollender Partner im besten Sinn des Wortes“

Rottenburg.18. März 2016. Als wohlwollenden Partner im besten Sinn des Wortes hat der Rottenburger Bischof Gebhard Fürst den verstorbenen Alt-Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Lothar Späth, gewürdigt. Späth habe aus tiefer Überzeugung und mit hohem Engagement eine zukunftsorientierte Zusammenarbeit mit den Kirchen im Land zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger gepflegt, betonte Bischof Fürst am Freitag in Rottenburg. Der ehemalige Landesvater habe gezeigt, wie Kooperation zwischen Staat und Kirche sich im öffentlichen Leben positiv auswirken kann.

Bischof Fürst erinnerte daran, dass Späth als Regierungschef 1979 den damaligen Rottenburger Bischof Georg Moser mit auf seine Chinareise nahm. Moser war damals Präsident der deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung Pax Christi.

Mit Lothar Späth verbinden den Rottenburger Bischof persönliche Beziehungen bis in die Schulzeit. Bischof Fürst wuchs in Bietigheim auf. Dort arbeitete Späth ab 1960 bei der Finanzverwaltung. 1965 wurde er Beigeordneter und Finanzreferent der Stadt, zwei Jahre später zum Bürgermeister gewählt. Bereits damals habe er Späths hohe Intelligenz, seinen Weitblick und sein zupackendes Wesen kennengelernt und zu achten gewusst; er sei ein Mensch gewesen wie geschaffen für die Politik, sagte Bischof Fürst. Der Familie des Verstorbenen drücke er sein Beileid aus. Das Land habe einen großartigen und großzügigen Politiker verloren, die Kirche einen verlässlichen Partner.

Uwe Renz