Wohnhaus, Bethaus, Lehrhaus

Am Freitag gab er dem aus vier Gebäudetrakten bestehenden „Campus“, wie der Bischof das zur Kommunikation einladende Ensemble nannte, den Segen. Über ein Jahr wurde das Studentendomizil umgebaut: Gebildet wird es aus der denkmalgeschützten Villa Bruns mit Büro- und Gruppenräumen, dem Wohngebäude des Vorseminars Ambrosianum mit 18 Wohneinheiten, dem Seminargebäude mit großem Saal und Unterrichtsräumen sowie der Kapelle. Das Johanneum erinnert an den Rottenburger Bekennerbischof Joannes Baptista Sproll, dessen Seligsprechungsverfahren läuft.

Für Generationen von Diözesantheologen war das „Jo“ erstes Domizil in Tübingen, bevor sie im zweiten Studienjahr in das Wilhelmsstift zogen. Zuletzt hatte das um 1900 erbaute und 1934 von der Diözese erworbene Anwesen ein kleines Studentenwohnheim und das Theologische Mentorat für angehende Pastoralreferenten beherbergt. Das Johanneum stehe fest in der Tradition der württembergischen Diözese, betonte Bischof Fürst. Es sei mit seiner architektonischen Gliederung in Wohnhaus, Bethaus und Lehrhaus
ein „Ort der Tradition und der weltoffenen Theologie, der Begegnung und des gemeinsamen Lernens“. Das Johanneum fördere die Bildung junger Menschen und deren Bereitschaft, Heimat in der Diözese zu finden.

Uwe Renz