Wunsch an der Krippe: Frieden für die Heimat

Stuttgart. 22. Dezember 2015. Auf das erste Weihnachtsfest mit chaldäischem Kreuz und großer Krippe bereitet sich die chaldäisch-katholische Gemeinde in Stuttgart vor. Die über vier Meter hohe Krippe hat die Gemeinde Mar Shimon Bar Sabbai selbst gebaut, sie erinnert an die Heimat im Irak. Große Krippen seien typisch für die Kirchen dort, sagt die Subdiakonin der Gemeinde, Younia Hilbert. Über eine Woche arbeiteten Gemeindemitglieder mit Holzlatten und Papiertüten. Mit den Weihnachtstagen verbinden die Gemeindemitglieder vor allem einen Wunsch: „Zu Weihnachten wünschen wir uns Frieden für die Heimat“, so Hilbert.

Seit kurzem Wochen schmückt ein chaldäisches Kreuz den Altarraum der Gemeinde. Der Erzbischof der nordirakischen Diözese Erbil, Bashar Warda, hatte es der Gemeinde Mar Shimon Bar Sabbai geschenkt und per Flugzeug nach Stuttgart bringen lassen.

Auf Initiative von Bischof Gebhard Fürst wurde den chaldäischen Christen Ende 2014 die Pauluskirche in Stuttgart-Rohracker von der katholischen Seelsorgeeinheit St. Urban überlassen. Vor kurzem erhielt die chaldäische Gemeinde in Stuttgart aus dem Jahresüberschuss 2014 der Diözese 766.000 Euro für die Sanierung ihrer Kirchen- und Gemeinderäume und zur Gestaltung ihres Gemeindelebens.

Die chaldäische Kirche ist seit dem 16. Jahrhundert mit der römisch-katholischen uniert und gehört zu den ältesten überhaupt. Während christliches Leben in Ländern des Vorderen Orients von Auslöschung bedroht ist, entstanden in Europa neu auf Dauer angelegte Gemeinden. Derzeit kann von etwa 15.000 chaldäischen Christen in Deutschland, 3.500 in der Diözese und rund 1.500 im Raum Stuttgart ausgegangen werden.