Zeichen einer anderen Dimension des Lebens

Dies hat Bischof Gebhard Fürst beim Jubiläumsgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Pfarrkirche St. Martinus in Hauerz (Dekanat Allgäu-Oberschwaben) am Sonntag, 22. Mai, betont. Obwohl sie mitten in der Welt stehe, sei eine Kirche ein Raum für anderes als Wohnen, Arbeiten und Geschäfte tätigen. Sie sei ein sichtbares und unübersehbares Zeichen für das, was Menschen zusammenführe zum Hören, Danken und Feiern, so der Bischof. Mit Bezug auf den Bibeltext des Sonntags und den Kirchenpatron, den hl. Martin von Tours, betonte Bischof Fürst, mit Jesus und dem Glauben an ihn komme „etwas anderes als die Alltagsvernunft auf die Plätze und Straßen unserer Stadt“. Diese suche meist das Angesehene und diejenigen, die im Rampenlicht stehen. Mit Verlierern geselle sich keiner gerne. Im Glauben an Jesus Christus und in seiner Nachfolge breche „eine andere Wirklichkeit über uns herein – die nicht rechnet, berechnet und schon gar nicht abrechnet“, sagte der Bischof. „Gott belohnt mit seiner Gegenwart nicht das Perfekte, das Fehlerlose und Untadelige. Er kehrt dort ein mit seiner alles verändernden Gegenwart, wo nach unseren Maßstäben alles verloren scheint.“

**********

Der Kirchturm der St.-Martins-Kirche aus dem Jahr 1350 weist darauf hin, dass Kirche und Dorf Hauerz auf eine lange Geschichte zurückblicken können. In dem heutigen Teilort von Bad Wurzach soll bereits in römischer Zeit ein Wachturm gestanden haben, der als „Hohe Warte“ dem Ort seinen Namen gegeben hat. Die gotische Vorgängerkirche wurde im Jahr 1567 errichtet. Sie machte der heutigen größeren, im neuromanischen Stil gebauten Kirche St. Martinus Platz, deren Bau 1908 begonnen und 1911 mit der Weihe der Kirche vollendet wurde. Das Kirchweihjubiläum zum 100-jährigen Bestehen dieser Kirche wurde am Sonntag, 22. Mai, um 10 Uhr mit einem Festgottesdienst mit Bischof Dr. Gebhard Fürst begangen.

Dr. Thomas Broch