Zeichen für die stets erforderliche Umkehr zu mehr Menschlichkeit

Das Direktorium enthält alle in der Diözese Rottenburg-Stuttgart geltenden Regelungen für die Sonntags-, Feiertags- und Werktagsgottesdienste und die dafür vorgesehenen Bibeltexte für das jeweilige Jahr. Wörtlich heißt es dazu zum 9. November: „Am 9. November 1938 begann mit den Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung die systematische Verfolgung und Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten. Im Gottesdienst des heutigen Tages soll dieser Ereignisse und der Opfer gedacht werden.“

„Der Terror der Nationalistensozialisten gegenüber den Juden darf kein Ereignis sein, dessen wir uns alle zehn Jahre erinnern, um dann wieder zur Tagesordnung überzugehen“, sagte Bischof Gebhard Fürst. Je mehr die Zeit der staatlich legitimierten Verbrechen in Deutschland in die Vergangenheit rücke, desto mehr müssten über die Generationen hinweg Zeichen gesetzt werden, die Anstoß zur Besinnung, zur Buße und zur Auseinandersetzung geben, so der Bischof. „Diese Erinnerung muss in unseren Gottesdiensten, in unserem Gebet, in unserer stets erforderlichen Umkehr zu mehr Menschlichkeit einen festen Ort haben.“