„Zeugnis für die Freiheit aus der Kraft des Gottesgeistes“

Darin würdigte er Lehmann auch als menschlichen Wegbegleiter in vielen gemeinsamen Anliegen und im Ringen um ein glaubwürdiges Zeugnis der Kirche in einer Welt und Gesellschaft, die soziologisch betrachtet immer säkularer werde und zugleich immer mehr nach einem Sinn hungere, dem sie sich anvertrauen könne.

Kardinal Lehmann setze sich in redlicher Zeitgenossenschaft mit allem auseinander, was Menschen bewege. Er sei Seelsorger und Führungspersönlichkeit, der kirchliches Reden und Handeln auf einem Niveau reflektiere, das ihn „zu den Großen der Theologie unserer Zeit“ zählen lasse. Stets sei er einen theologisch und pastoral verantwortbaren Weg gegangen und habe sich darum bemüht, der Gemeinsamkeit und dem Dialog den Vorrang vor der Polarisierung einzuräumen, würdigte Bischof Fürst seinen Mainzer Mitbruder. In einer für die Kirche schwierigen Zeit habe sich dieser als Repräsentant dieser Kirche bewährt, dem nach innen wie nach außen hoher Respekt entgegen gebracht werde. Dabei sei er nicht nur „Repräsentant“, sondern gebe ein „denkerisch und spirituell durchdrungenes Zeugnis für die Freiheit aus der Kraft des Gottesgeistes“. Rechenschaft für die Hoffnung abzulegen, dies könne man als Leitthema von Lehmanns Leben und Wirken bezeichnen, schrieb Bischof Fürst.

Dr. Thomas Broch