Zeugnis von der Menschenfreundlichkeit Gottes

Die Geistlichen, die ihre seelsorgliche Ausbildung in den vergangenen drei Jahren und davor ein theologisches Studium absolvierten, werden als Ständige Diakone, überwiegend im Zivilberuf, an ihren Heimatorten eingesetzt. Die neu geweihten Diakone sind bis auf einen verheiratet.

Bischof Fürst wies in seiner Predigt auf das besondere Dienstprofil des Diakonenamtes hin. In besonderer Weise seien sie in alter kirchlicher Tradition auf die Armen, Schwachen und den am Rande in Gesellschaft und Kirche Stehenden verwiesen. „Mit Ihrem Dienst legen Sie Zeugnis ab von der Menschenfreundlichkeit Gottes, wie sie Christus uns vorgelebt hat“, sagte er den neuen Diakonen. In deren Dienst komme zum Ausdruck, was diakonisch-missionarische Kirche bedeutet. Als in Familie und Beruf bewährte Männer hätten Diakone gute Voraussetzungen für diesen Dienst im Geist Gottes an ihren Wohnorten, Arbeitsplätzen und Gemeinden. In der Weiheliturgie beteten Bischof und Gemeinde gemeinsam um den heiligen Geist für die neuen Diakone. Der Termin der Diakonweihe ist jedes Jahr Samstag vor Pfingsten.

Mit Bischof und Priester bildet der Diakon die Einheit des Amtes in der katholischen Kirche ab. Vor 43 Jahren wurde das über Jahrhunderte in den Hintergrund getretene Amt des Ständigen Diakons in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils neu entdeckt und belebt. 1968 empfingen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart die ersten neun Männer die Diakonweihe; heute tun hier rund 300 Ständige Diakone ihren Dienst als „Augen der Kirche“ und „Anstifter zur Solidarität“ mit besonderem Blick auf sozial-karitative Aufgabenfelder. Sie arbeiten im Hauptberuf oder als Diakone im Zivilberuf.

Geweiht wurden:

Roland Fritzenschaft (53), im oberschwäbischen Bad Schussenried geborener Diplom-Verwaltungswirt, verheiratet und Vater von zwei Kindern, der in Warthausen lebt. Diakonisch liegen seine Schwerpunkte in der Jugend- und in der Seniorenarbeit. Künftig will er sich auf Dekanatsebene besonders in einem von der Betriebsseelsorge initiierten „Netzwerk Arbeit“ engagieren.

Bernward Hecke (45), seit 2000 Diözesanreferent des katholischen Hilfswerks missio, tritt nach den Sommerferien seinen Dienst als Diakon im Hauptberuf in der Seelsorgeeinheit Tübingen an. Der Vater von vier Kindern stammt aus Hannover und studierte Theologie und Geschichte in Münster. Den Studiengang Pädagogik mit Schwerpunkt Erwachsenenbildung schloss er dort mit dem Diplom ab. Er sammelte vielfältige Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit auf Diözesan- und auf Bundesebene sowie in Fragen der Entwicklungszusammenarbeit.

Rupert Maier (49), Konditor und Maschinenschlosser, ist in Friedrichshafen geboren und lebt mit seiner Frau und den beiden Kindern dort. Seit langem engagiert er sich in seiner Kirchengemeinde Zum Guten Hirten im Kirchengemeinderat, als Kommunionhelfer, Lektor und Wortgottesfeierleiter. Während seiner Ausbildung zum Diakon baute er die Seniorenarbeit mit auf und arbeitete seelsorglich im Altenheim. Aktiv ist Maier auch in einer Organisation, die in Osteuropa hilft. Nach seiner Weihe wird er seinen Dienst in der Gemeinde Zum Guten Hirten ausüben.

Mark Schaefer (54), promovierter Informatiker, Mathematiker und Physiker, der in Moscow im US-Bundesstaat Idaho geboren und in Tübingen aufgewachsen ist. Seit dem Ende seines Studiums arbeitet er als Software-Entwickler in Reutlingen. Schwerpunktmäßig setzt er sich bei einem ökumenischen Fahr- und Begleitdienst ein und beim Besuchsdienst im Pflegeheim. Nach seiner Weihe wird er seinen Dienst in der Pfarrei Heilig Geist in Reutlingen im Zivilberuf ausüben.

Herbert Schmid (50), Bäcker und Hauswirtschafter mit Meisterprüfung, in Türkheim/Unterallgäu geborener Vater von drei Kindern. Er lebt in Pfrungen im Dekanat Ravensburg und war dort Lektor, Kirchengemeinderat, und viele Jahre im Familienkreis. In seiner Ausbildungsgemeinden baute er mit an einer kontinuierlichen Seniorenarbeit, grenzübergreifend für vier Kirchengemeinden. Nach seiner Weihe wird er seinen Dienst in der Pfarrei St. Sebastian in Pfrungen ausüben.

Markus Schneider (48), in Schramberg geborener und dort lebender Mechaniker und Industriemeister. Der Vater von drei Kindern, Kolpingsohn und Scholasänger, arbeitet als Schichtmeister und engagiert sich kirchlich als Lektor, Kommunionhelfer und Wortgottesdienstleiter. Seine Schwerpunkte als Diakon sieht Schneider in der Unterstützung von diakonischen Gruppen und in der Seelsorge im Alten- und Pflegeheim. Er wird nach der Weihe seinen Dienst in der Pfarrei Sankt Maria/Heilig Geist ausüben.

Michael Ungermann (51), in Albstadt-Tailfingen geborener Schlossermeister. Er ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne, der als Fertigungsleiter im Tresorbau arbeitet. An seinem Wohnort Straubenhardt-Schwann diente er als Ministrant; Jugend- und Firmgruppenleiter, als Lektor und als Fachmann fürs technische im Gemeindehaus. Nach der Weihe wird seinen Dienst in der Pfarrei Heilig Kreuz in Neuenbürg-Birkenfeld ausüben.

Michael Wielath (46), in Knollengraben bei Ravensburg geborener Redakteur bei Radio Horeb und selbstständiger Musikmanager. Der unverheiratete gelernte Augenoptiker legt seine diakonischen Schwerpunkte auf das Projekt Kirche am Weg mit Orten des Zuhörens. Seine Einsatzgemeinde nach der Weihe ist St. Christina in der Seelsorgeeinheit Ravensburg-Mitte.

Uwe Renz