Zu sich selbst, zu anderen und zu Gott finden

Diese vier Wochen vor Weihnachten böten die Chance, ein gutes Stück von sich selbst neu zu finden, sagte Bischof Fürst am Sonntag in Mühlacker zur ökumenischen Eröffnung der Adventszeit. Dabei könnten zwischenmenschliche Beziehungen geklärt und gestörte geheilt werden. Wer offen in sich hineinhöre, könne in dieser Zeit der Erwartung Gottes Nähe heilsam spüren. Diese Erfahrung mache das Herz weit auch für andere Menschen. Wer die wirkliche Chance des Advents erhalte, könne „ein brennendes Zeugnis dieser Erfahrung geben, das andere ansteckt und mitreißt, tragfähige Brücken baut und heilsamen Trost spendet“. So könnten alle getröstet werden, „bei Troste sein“, so Bischof Fürst.

Der Bischof der württembergischen Landeskirche, Frank Otfried July, forderte die Christen auf, im Advent „ankunftsbereit und auskunftsbereit zu sein über die Hoffnung, die in uns ist“. Die adventliche Erwartung mache möglich, menschliches Leid genauer zu sehen, präziser nach enttäuschten Hoffnungen zu fragen und sich um Hilfe und Begleitung zu kümmern.

Die Adventszeit beginnt am vierten Sonntag vor Weihnachten. Das Wort kommt vom lateinischen „adventus“ und bedeutet „Ankunft“. Gemeint ist die Ankunft Jesu auf Erden. Die vier Kerzen des Adventskranzes stehen für das Kommen des „Lichts der Welt“, die immergrünen Tannenzweige für das ewige Leben. Neben der Erinnerung an die Geburt Jesu hat die Adventszeit ein zweites Thema: die Rückkehr Jesu als Weltenrichter am Ende der Zeiten. Daher hat die Adventszeit auch einen Bußcharakter.