„Zukunft wächst im Kindergarten“

Mit dem Rottenburger Kindergartenplan haben die Kirchengemeinden mit ihren mehr als 900 Kindergärten und –tagesstätten ein verlässliches Zukunftskonzept für Weiterentwicklung und Qualitätssicherung ihrer Einrichtungen.

Der 60 Seiten umfassende Rottenburger Kindergartenplan ermöglicht laut Bischof Fürst den Trägern, wachsende Herausforderungen in Erziehung und Bildung von Kindern im Vorschulalter zu bewältigen. Es gelte, Kinder fürsorglich und pädagogisch kompetent zu fördern sowie Eltern zu entlasten und zu befähigen. „Zukunft wächst im Kindergarten“, unterstrich Bischof Fürst. Ende November 2007 hatte der Diözesanrat ihm in seiner Vollversammlung empfohlen, den Plan in Kraft zu setzen.


Der Rottenburger Kindergartenplan setze einen Rahmen und klare Ziele, wie katholische Kindergärten in den kommenden Jahren zukunftsfest gemacht werden, ihr Profil weiter schärfen können und trotzdem für Familien und Kinder unabhängig von Konfession und Religion offen bleiben, hob die für die Caritasarbeit in der Diözese zuständige Hauptabteilungsleiterin, Ordinariatsrätin Dr. Irme Stetter-Karp, hervor. Mit ihrer Entscheidung, die Kindergartenarbeit als pastorale Priorität zu definieren und damit weiter auszubauen, setze die Diözese ein Zeichen ihres Engagements für Familien und Kinder. Der Plan entstand in monatelangen Beratungen mit Fachleuten und Gremien aus dem Landesverband Katholischer Kindertagesstätten, aus Kirchenpflegen, Kirchengemeinden, und Kindergärten. Die Umsetzung des Plans in Projekten und Maßnahmen dauert mindestens bis 2012. Sie ist bereits in den Jahren 2008 bis 2010 ein Schwerpunkt der Arbeit in der Diözese.

Stetter-Karp erinnerte an aktuelle und weiter wachsende Herausforderungen für die Arbeit in Kindertagesstätten. Mit dem Rottenburger Kindergartenplan sollten die Gemeinden Hilfen bei der Gestaltung und zum Erhalt ihres Kindergartenangebots sowie zur Schärfung von dessen Qualitätsprofil erhalten. Der Plan sehe mittelfristig vor, bei Bedarf Kindergärten zu Familienzentren weiterzuentwickeln, „zu wichtigen Knotenpunkten im Sozialraum für Hilfe suchende Eltern“, so die Ordinariatsrätin. Zur Unterstützung von Projekten für die Entwicklung der Kindergärten wurde ein Zukunftsfonds in Höhe von 2,5 Millionen Euro eingerichtet.

Wichtiges Element des Plans ist das Ziel, das Seelsorgepersonal in den Gemeinden von Verwaltungsaufgaben zu entlasten. Dazu werden bis zu 30 Fachleute als „Kindergartenbeauftragte/Verwaltung“ in den regionalen Verwaltungszentren eingestellt, wie Stetter-Karp unterstrich. Die frei werdenden Ressourcen sollen dazu dienen, dass hauptberufliche pastorale Kindergartenbeauftragte aus den Kirchengemeinden Erzieherinnen, Kinder und ihre Eltern verstärkt pädagogisch und pastoral begleiten können, etwa in Fragen der Werteerziehung. So genannte Trägerverbünde sollen eine effektive und professionelle Verwaltung der Kindergärten auch zukünftig sicherstellen. Die Kosten für die zusätzlichen Stellen in den Verwaltungen werden aus dem kirchlichen Ausgleichsstock bezuschusst. Er wurde für diesen Zweck aus einem Fonds um 7.5 Millionen Euro aufgestockt.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es 554 Kindergartenträger mit 2.215 Gruppen in 900 Einrichtungen, in denen 5.200 Mitarbeiter/-innen rund 47.700 Kinder betreuen. Sie werden fachlich beraten vom Landesverband Katholischer Kindertagesstätten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Hinweis: Der Kindergartenplan erscheint gedruckt Ende März und lässt sich dann auf der Homepage der Diözese unter www.drs.de als pdf-Datei herunterladen.