Zum Aufstehen ermutigen

Die Aufforderung „Ich sage Dir, steh auf!“ aus dem Bibeltext des Gottesdienstes stellte Bischof Fürst in seiner Predigt den künftigen Religionslehrerinnen und –lehrern als zentrale Herausforderung ihres pädagogischen Wirkens vor Augen. Diese Aufforderung verdichte wie in einem Brennglas die Hoffnung des christlichen Glaubens. Sie bedeute auch, neben aller Wissensvermittlung auf junge Menschen zuzugehen, sich von ihren Anliegen berühren zu lassen, täglich neu hinzustehen und sie zu ermutigen: „Steh auf!“ Gerade die heutige Zeit, so Bischof Fürst, schreie nach Beistand, Unterstützung und Zuwendung. Eine Zeit, die vielfach gekennzeichnet sei durch Individualisierung, durch Ökonomisierung und durch Egoismus als Lebensprinzip suche „wieder neu nach dem Wunder, das in der Zusage mitmenschlicher Verbundenheit besteht, in der Verbindlichkeit sympathischer Anteilnahme, in der Gültigkeit gegebener Bindung und menschlicher Beziehung“, betonte der Bischof. Es gehe in der Schule in jeder Hinsicht darum zu lernen, wie man miteinander rede und auch in Zukunft als Menschen miteinander lebe. Der Mensch sei nur als Beziehungswesen lebensfähig, unterstrich Bischof Fürst. Die Ermutigung junger Menschen, im Miteinander zu leben, sei die erste und entscheidende Aufgabe, mit der die Religionspädagogen in die Schule gesandt würden. Für Christen sei die Beziehung der Menschen untereinander qualifiziert durch die Beziehung zu Gott. Diese einzuüben und dazu zu erziehen sei eine wichtige Aufgabe des Religionsunterrichts.

Es gehe also auch darum, für die Überzeugungen des Glaubens einzutreten und durch die Inhalte der kirchlichen Botschaft „im besten Sinn Schule zu machen“. „Sie sollen jungen Menschen die hoffnungsvolle Botschaft mit auf ihren Lebensweg geben, und womöglich wird der eine oder andere angesteckt werden von dieser Flamme des Evangeliums“, forderte Bischof Fürst die neu beauftragten Religionslehrerinnen und –lehrer auf.