Zum Grab des Apostels Jakobus

Am Pfingstmontag brach Bischof Fürst zu der einwöchigen Pilgerreise auf. Über mehrere Stationen wie Burgos und Leon führt die Route zu Fuß und per Bus vom Flughafen Bilbao zum 550 Kilometer entfernten Santiago, wo nach der Überlieferung das Grab des Apostels Jakobus liegt. In Burgos, Leon und Santiago wird es große Gottesdienste in den dortigen Kathedralen zusammen mit Bischof Fürst und den dortigen Ortsbischöfen geben. Der Abschlussgottesdienst findet laut Programm am Sonntag in Santiago unter der Leitung des Rottenburger Bischofs und des Erzbischofs von Santiago, Julian Barrio Barrio, statt.

Die Beliebtheit des Jakobswegs wächst stetig. Bei dem Weg handelt es sich um ein europaweites Netz von Straßen und Wegen. Er führt seit dem neunten Jahrhundert Pilger vom Baltikum über Polen, Deutschland, die Schweiz und schließlich Frankreich zum angeblichen Grab des Apostels Jakobus nach Santiago de Compostela. Im Mittelalter erstreckten sich die Tagesetappen meist von einem Ort, an dem Reliquien verehrt wurden, zum nächsten. Seit der Europarat 1987 zur Wiederbelebung der Jakobswege aufrief, setzte auf dem Kontinent eine Renaissance dieser "europäischen Kulturbewegung" ein, wie die von Jahr zu Jahr steigende Zahl von Pilgern belegt. Als "Blutadern eines neuen Europa" bezeichnet Bischof Fürst die den Kontinent durchziehenden Jakobswege. Das gegenwärtige Europa sei durch sie mit entstanden. Santiago gehört zusammen mit Jerusalem und Rom zu den drei wichtigsten Wallfahrtszielen der Kirche.