Zum Martinusfest erhält der Rottenburger Dom ein erneuertes Geläut

In diesem Jahr wird sein Wunsch in Erfüllung gehen – zumindest in der Weise, dass bis zum Martinusfest im November das vollständig restaurierte Geläut der größtenteils aus der Barockzeit stammenden zehn Glocken wieder im Turm des Rottenburger St.-Martin-Doms installiert sein wird. Der Restaurierungsbedarf ist seit langem bekannt, zuletzt festgestellt in einem Gutachten vom August 2007. Voraussichtlich werden jetzt die Glocken im Mai abgehängt und zur Restaurierung durch die Fima Lachenmeyer in Nördlingen gebracht. Die Kosten von 182.000 Euro werden zur Hälfte vom Domstift getragen, der Rest wird zu gleichen Teilen durch Spendenerträge der Domgemeinde und durch eine Kofinanzierung durch die Stadt Rottenburg erbracht, in deren Haushalt dies bereits fest eingeplant ist.

Bischof Joannes Baptista Sprolls Wunsch wird auch noch auf andere Weise in Erfüllung gehen. Im 70. Jahr nach seiner Vertreibung durch die Nationalsozialisten wird er auch dadurch geehrt, dass ihm eine neue so genannte A-Null-Glocke gewidmet wird. Sein Bischofswahlspruch „fortiter in fide“ („tapfer im Glauben“) soll mit seinem Namen und seinem Bild auf der einen Seite der Glocke stehen, gegenüber wird ein Bild des heiligen Martin von Tours daran erinnern, dass die Glocke dem Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart geweiht ist. Schon lange plädieren Glockensachverständige dafür, dass das Rottenburger-Domgeläut durch eine Grundglocke mit dieser Stimmung ergänzt wird, die die akustische Basis des gesamten Geläuts darstellt. In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde der alte Eichenglockenstuhl eigens durch einen Glockenstuhl aus Stahl ersetzt, um die technischen Voraussetzungen für eine solche zusätzliche Glocke schaffen, die in den meisten größeren Stadtkirchen selbstverständlicher Bestandteil des Geläuts ist. Der Karlsruher Glockengießer-Firma Bachert ist die Vervollständigung der Rottenburger-Domglocken ein wichtiges Anliegen, was sich auch in der sehr entgegenkommenden Preisgestaltung niederschlägt. Wenn in diesem Jahr die untere Glockenstube für die Restaurierung des bestehenden Geläuts geöffnet wird, besteht für lange Zeit die letzte Möglichkeit, diesen schon lange gehegten Plan endlich in die Tat umzusetzen und bei der Gesamtinstallation im Herbst auch die neue Glocke aufzuhängen. Für die Kosten für Guss, Installation und alle Nebenkosten in Höhe von insgesamt 120.000 Euro gibt es bereits einen 20.000 Euro starken Spendensockel.