Zur Kirche gehören Tradition ebenso wie Universalität und Offenheit

Die Gemeinde feierte am Fest der beiden Apostel Petrus und Paulus (29. Juni) ihr Namensfest, das so genannte Patrozinium. Außerdem konnte Weihbischof Kreidler die neue Orgel einweihen. Die Musik, so zitierte er den Konzilspapst Johannes XXIII., sei eine hervorragende Hilfe für den Menschen, „aus seinem Egoismus herauszutreten und wieder weitere Horizonte in den Blick zu nehmen“. In besonderer Weise sei die Kirchenmusik keine „verschönende Zutat“, sondern „eine wichtige Weise tätiger Teilnahme am gottesdienstlichen Geschehen“, sagte Kreidler. Die Orgel, die in der Kirchenmusik eine zentrale Bedeutung hat, bringe „die Fülle des menschlichen Empfindens zum Schwingen“ und weise „über das Menschliche hinaus auf das Göttliche hin“. Für Menschen, die noch staunen können, sei die Orgel „ein Instrument des Glaubens“, denn, so Johannes Kreidler, „der Glaube beginnt immer mit dem Staunen“.

Das gemeinsame Gedächtnis der Apostel Petrus und Paulus sei ab der Mitte des dritten Jahrhunderts bezeugt, erläuterte der Weihbischof. Beide seien nicht nur hinsichtlich ihres Lebens und ihrer Berufungsgeschichte sehr verschieden, sondern auch in ihrem theologischen Ansatz. Petrus könne „für Einheit, für Kontinuität und Tradition“ stehen, während Paulus Werte wie „Universalität und Offenheit für sich wandelnde Wirklichkeiten“ verkörpere. Der gemeinsame Gedenktag sei ein Zeichen dafür, dass sie „nur gemeinsam und aufeinander bezogen das Wesen der Kirche“ symbolisierten, betonte Kreidler. Auch auf Schuld und Versagen im Leben beider Apostel wies Weihbischof Kreidler hin. An beiden werde daher auch deutlich: „Gott ist kein Moralist. Gott sei Dank. Aber er steht für die menschlichste Moral, für die Moral von Verzeihen und unendlichem Zutrauen.“