Zwei christlich überzeugende Gestalten

Bei der Ehrenpromotion am Freitag in Tübingen bescheinigte er dem aus der Diözese stammenden Priester Sayer (70), von 1997 bis vergangenen März Hauptgeschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor, „wahrhaft weltweites Wirken“ und viele Jahre entbehrungsreiches Engagement für die Armen in Peru. Der bekennende Christ und Katholik Joas (63), der in USA, Kanada und Deutschland lehrt, vertrete als Soziologe seine Positionen, so der Bischof, überzeugend mit phänomenologischer Offenheit.

Als Entwicklungshelfer und Pfarrer in Peru habe Sayer das Leben der Ärmsten geteilt, sagte der Bischof. Eine Hütte aus Schilfmatten diente als Pfarrhaus, Schlafraum, Küche, Pfarrbüro, Besprechungsraum und Beichtzimmer. „Deine eigentliche Heimat, lieber Josef, war wohl dort.“ Joas lobte der Bischof für dessen Bemühungen um einen Dialog von Christentum und Kirche mit der pluralen, säkularen Gesellschaft. Er würdigte Joas’ Anstrengungen, die so genannte „Säkularisierungsthese“ zu entkräften. „Wenn man wirklich ernst nimmt, was Menschen bewegt, dann kann man seriöser Weise das Phänomen religiöser Erfahrung nicht leugnen“, so Bischof Fürst.