Diözesanrat

12. Diözesanrat hat sich konstituiert

Ein Gruppenbild des 12. Diözesanrats im Kloster Untermarchtal.

Die Mitglieder des 12. Diözesanrats bei der Konstituierenden Sitzung im Kloster Untermarchtal. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Willy Braun aus dem Dekanat Balingen wird mit 74 von 88 Stimmen eindeutig zum neuen Sprecher des obersten synodalen Gremiums gewählt.

Willy Braun aus dem Dekanat Balingen wird mit 74 von 88 Stimmen eindeutig zum neuen Sprecher des obersten synodalen Gremiums gewählt. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Marita Walz aus dem Dekanat Freudenstadt wird mit einer Zweidrittelmehrheit zur Beisitzerin ins Präsidium des 12. Diözesanrats gewählt.

Marita Walz aus dem Dekanat Freudenstadt wird mit einer Zweidrittelmehrheit zur Beisitzerin ins Präsidium des 12. Diözesanrats gewählt. Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Jochen Wiedemann

Willy Braun aus Balingen wird von der Versammlung zum neuen Sprecher gewählt und Marita Walz aus Freudenstadt zur neuen Beisitzerin im Präsidium.

Der Diözesanrat, das oberste synodale Gremium der Diözese Rottenburg Stuttgart hat sich am 20. und 21. März im Kloster Untermarchtal zu seiner konstituierenden Sitzung getroffen. Mit großer Mehrheit wählten die Mitglieder Willy Braun zu ihrem neuen Sprecher und Marita Walz als Beisitzerin ins Präsidium. Gemeinsam mit Priesterratssprecher Ulrich Kloos und Generalvikar Dr. Clemens Stroppel bilden sie das Präsidium unter dem Vorsitz von Bischof Dr. Klaus Krämer.

„Die Tatsache, dass wir die Zahl zwölf vor diesen Diözesanrat schreiben können, zeigt dass wir in einer langen und guten Tradition von Synodalität in unserer Diözese stehen“, betonte Bischof Dr. Klaus Krämer in seinen einführenden Worten. Seit über 50 Jahren vereint der Diözesanrat drei Gremien in sich – Pastoralrat, Katholikenrat und Kirchensteuervertretung. Zudem ist der Priesterrat als Ganzes Teil des Diözesanrats. Das sei nicht nur ein großer Schatz, das habe sich auch als eine große Hilfe erwiesen, gerade in Zeiten des Umbruchs und großer Herausforderungen, so Krämer. Synodalität sei das große Leitbild der Kirche in unserer Zeit. Dabei gehe es nicht nur um Zuständigkeiten und Verfahren. Es gehe vor allem auch um eine besondere Kultur der Beratungen und Entscheidungen. Sie zeige sich in der Art und Weise, wie Fragen angegangen und wie mit unterschiedlichen Meinungen und Positionen umgegangen werde, denn diese dürfe und müsse es natürlich immer geben. „Synodalitiät bedeutet, jeder kann und soll mit seiner Meinung zur Sprache kommen. Wir sind davon überzeugt, dass der Heilige Geist durch jeden wirken kann und will. Deshalb ist es wichtig, dass wir alle Stimmen hören und gemeinsam darauf achten, wo erkennbar wird, welchen Weg wir als Kirche gehen sollen“, betonte der Bischof. „Das ist in unserer Diözese bislang gut gelungen. Aus dieser Erfahrung dürfen wir die Zuversicht schöpfen, dass es auch im 12. Diözesanrat gut gelingen wird, an diesem Erfolgsmodell weiterzubauen.“

Willy Braun mit großer Mehrheit zum neuen Sprecher gewählt

Eindeutig, mit 74 von 88 Stimmen, wählten die Mitglieder des obersten synodalen Gremiums Willy Braun aus dem Dekanat Balingen zu ihrem Sprecher. „Ich freue mich sehr über dieses überwältigende Ergebnis und danke allen für das mir entgegengebrachte Vertrauen,“ sagte der 62-Jährige nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses. „Für mich ist die Arbeit im Diözesanrat eine Herzensangelegenheit und ich möchte an der Weiterentwicklung unserer Kirche in unserer Diözese aktiv, mit voller Kraft und Mut mitwirken und gestalten.“ Er wünsche sich eine Kirche der Vielfalt und der Ermöglichung, besonders auch für Frauen, Benachteiligte, Fernstehende und Ausgetretene. Klar sei, so Braun, dass sich Kirche verändern müsse. Der aktuell in der Diözese laufende Prozess „Kirche der Zukunft“ sei herausfordernd und werde auch Kraft kosten, doch biete er gleichzeitig die Chance sich auf das zu konzentrieren, was für die Menschen wesentlich sei. Es gehe jetzt darum, Ideen, Kreativität, Erfahrungen und Fähigkeiten zu bündeln, zusammenzurücken, zusammenzuarbeiten und zusammenzuwirken. „Als Sprecher möchte ich meinen Teil dazu beitragen“, betonte Braun.

Marita Walz wird Beisitzerin

Marita Walz aus dem Dekanat Freudenstadt wurde mit einer Zweidrittelmehrheit zur Beisitzerin ins Präsidium gewählt. Die 53–Jährige möchte in Verbundenheit mit dem Gremium Verantwortung übernehmen, für die in der Diözese angestoßenen Prozesse und damit für die Zukunft der Kirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Wichtig ist ihr dabei die Art und Weise, wie im Diözesanrat gearbeitet und mit einander umgegangen wird. „Hier finden unterschiedliche Meinungen ihren Platz und ganz selbstverständlich spricht man darüber – auf Augenhöhe, respektvoll und wertschätzend. Unterschiede dürfen sein, das Ringen um gute Lösungen, das darf und muss Raum haben, auch wenn es manchmal bedeutet, Dinge auszuhalten. Gegensätze dürfen sich begegnen, aufeinandertreffen, denn genau da passiert etwas. Durch dieses Miteinander Ringen kommt auch etwas in Bewegung. Das ist mein Verständnis von Synodalität. Deshalb freue ich mich auf die Diskussionen, den Austausch und die gemeinsamen Entscheidungen für die Zukunft unsere Diözese“, betonte Walz.

Grußwort der evangelischen Landessynode

Isabelle Nägele, Vertreterin der evangelischen Landessynode, betonte in ihrem Grußwort mit Blick auf die Gesellschaft die Bedeutung der Ökumene. Für viele Menschen es sei zunächst zweitrangig, ob etwas evangelisch oder katholisch ist. Wichtig sei die Präsenz der Kirche, dass Menschen begleitet werden, Gemeinschaft entstehe und Hoffnung spürbar werde. Deshalb könne gerade in Zeiten der Unsicherheit die ökumenische Zusammenarbeit eine große Stärke sein. Den Mitgliedern des 12. Diözesanrats wünschte Nägele gute Gespräche, offene Ohren für einander und den Mut, auch neue Wege zu denken, „denn Sie übernehmen im Diözesanrat Verantwortung für Ihre Kirche. Sie bringen unterschiedliche Perspektiven ein, beraten, ringen um gute Entscheidungen und gestalten Kirche aktiv mit“, so Nägele.

Ausschüsse von wesentlicher Bedeutung

Neben den Vollversammlungen gibt es noch viele relevante Ausschüsse, in denen wichtige und wesentliche Themen beraten und Vorarbeiten vorgenommen werden. So vertritt beispielsweise der Geschäftsführende Ausschuss den Diözesanrat zwischen den Vollversammlungen und übernimmt dessen Aufgaben. Der Finanzausschuss bereitet unter anderem gemeinsam mit der Diözesanverwaltung den Diözesanhaushalt soweit vor, dass er dem Gremium zur Beschlussfassung vorgelegt werden kann. Neben dem Geschäftsführenden Ausschuss und dem Finanzausschuss gehören der Pastoralausschuss und der Bauausschuss zu den vier in der Satzung ausdrücklich vorgesehenen Ausschüssen. Darüber hinaus übernehmen Rätinnen und Räte auch in verschiedenen Stiftungen und Gremien Vertretungsmandate. So wurden beispielsweise Vertretungen des Diözesanrats ins Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), bei der Evangelischen Landessynode, in den Stiftungsrat Stiftung Lebensraum für die Familien, in die Bischof-Moser-Stiftung, den Zweckerfüllungsfonds Flüchtlingshilfen, in die Medienstiftung, ins Diözesanforum der Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache oder in den Aufsichtsrat Bildungshäuser unter anderen mehr gewählt.

Auch Finanzausschuss hat sich konstituiert

Mit Blick auf die im November 2026 anstehende Haushaltssitzung und den damit einhergehenden wichtigen Beschlüssen hat sich der Finanzausschuss im Anschluss an die Diözesanratssitzung ebenfalls konstituiert und Werner Krahl erneut zu seinem Vorsitzenden gewählt. Werner Krahl seit 2002 im Diözesanrat, seit 2007 auch dessen Vorsitzender steht für Kontinuität und verantwortliches, fachkompetentes Handeln in der diözesanen Haushalts- und Finanzpolitik, stets unter der Prämisse, dass Inhalte die Finanzen bestimmen. Ihm sind neben der starken Verzahnung zwischen Pastoral- und Finanzausschuss eine klare und transparente Kommunikation ins Plenum wichtig, um gemeinsam gute und fundierte Finanzentscheidungen treffen zu können. Sein Motto „sparen und gestalten“ – das heißt konsequente Konsolidierung und Reduzierung des Diözesanhaushaltes, um für die Zukunft fit zu sein und gleichzeitig mit den möglichen Finanzressourcen auch Neues entwickeln und gestalten. „Gegenüber unseren Kirchenmitgliedern, insbesondere den Kirchensteuer-Zahlern stehe ich mit unseren Beratungs- und Entscheidungsprozessen für Glaubwürdigkeit und Transparenz und werde für eine hohe Legitimität in der Verwendung der uns anvertrauten Kirchensteuer- und Finanzmittel arbeiten“, betonte Werner Krahl.

Aktueller Stand: Prozess „Kirche der Zukunft“

Am Freitagabend informierten Generalvikar Dr. Clemens Stroppel und Haushaltsreferent Stefan Edele die Mitglieder des 12. Diözesanrats über die aktuellen Entwicklungen der Mitgliederzahlen und das Pastorale Personal. Außerdem gab es Informationen darüber, wie sich das Kirchensteueraufkommen und dessen Verwendung entwickelt. Im Anschluss brachte das Prozess-Projekt-Leitungsteam, Barbara Striffler, Stefanie Oeben und Wolfgang Zilk das Gremium auf den aktuellen Stand des Prozessverlaufs „Kirche der Zukunft“. Bischof Krämer und das Prozessteam zeigten sich sehr erfreut darüber, dass so viele Mitglieder des 12. Diözesanrats schon im Vorfeld der konstituierenden Sitzung die Möglichkeit genutzt haben, sich in den angebotenen Onlineveranstaltungen, über den aktuellen Stand des Prozesses zu informieren.

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