Bauprojekt

1,53 Millionen Euro für Klostergarten-Sanierung

Auf dem Bild ist der Klostergarten im November 2022 zu sehen. Im Hintergrund steht das eingerüstete Klostergebäude. Bild: Isabel David

Der Bund gibt das Geld für die Kirchengemeinde St. Markus Binsdorf frei. Planung und Bau können im kommenden Jahr beginnen.

Gute Nachricht für die Sanierung der Klosteranlage in Binsdorf im Zollernalbkreis: Die Kirchengemeinde St. Markus erhielt vor wenigen Tagen den Förderbescheid für den Klostergarten in Höhe von 1,53 Millionen Euro durch das zuständige Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Zuvor hatte der Bundestag die nötigen Mittel freigegeben. Planung und Bau könnten damit im kommenden Jahr beginnen, freut es Regina Günzel als gewählte Vorsitzende der Kirchengemeinde St. Markus Binsdorf.

Bewilligt wurde das Geld im Rahmen des Förderprogramms "Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel" des Bundes. Neben der in voller Höhe zugesagten Zuwendung wurden Gesamtausgaben in Höhe von 1,7 Millionen Euro für das Vorhaben bewilligt. Den Eigenanteil der Sanierungskosten in Höhe von 170.000 Euro trägt die Kirchengemeinde als Bauherrin mit Unterstützung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

"Wichtiger Schritt"

Dr. Thomas Schwieren, Diözesanbaumeister und Leiter des Bischöflichen Bauamts in Rottenburg, spricht im Zusammenhang mit den nun freigegebenen Mitteln von "einem wichtigen Schritt" auf dem Weg zur geplanten Gesamtinstandsetzung von Klostergebäude und historischer Gartenanlage. Das unweit der Autobahn A81 und in der Nähe zu Balingen gelegene Kulturdenkmal sei ein Ort, der weit und breit seinesgleichen sucht: "Eine Klosteranlage, die nach Abschluss der Arbeiten eine ganz besondere Arbeits- und Aufenthaltsatmosphäre bieten wird."

Die Landschaftsarchitektin Isabel David, die für das Antragsverfahren beauftragt wurde, zollt der bisher bereits geleisteten Arbeit großen Respekt: "Die Kirchengemeinde hat unglaublich viel Ausdauer gezeigt und sich fortwährend mit Ehrenamt eingebracht." Während des zweieinhalbjährigen Antragsverfahrens habe es einen "wirklich langen Atem" gebraucht. David spricht im Zusammenhang mit dem nun gewährten Fördergeld von "einem Meilenstein" in der Klostersanierung.

Dekanatsreferent Achim Wicker aus Balingen fügt hinzu: "Ich freue mich sehr, dass das großartige Engagement von Isabel David und den Ehrenamtlichen nun auch so honoriert wird. Der Klostergarten Binsdorf wird künftig ein absolutes Highlight für das Dekanat und den Landkreis sein, in dem Klostergeschichte hautnah erfahrbar wird."

Zum Hintergrund

Im ausgehenden 13. Jahrhundert erfolgte in Binsdorf vermutlich die Klostergründung. Dank zahlreicher Schenkungen im Lauf des 14. Jahrhunderts konnte um 1390 ein großes Haus erbaut werden, wovon einzelne Teile wie der Gewölbekeller beim Neubau des auf die Stadtmauer aufsitzenden Hauptbaus in den Jahren 1685/1686 einbezogen wurden. Die Tatsache, dass die Anlage die Jahrhunderte in ihrer baulichen Beschaffenheit nahezu unverändert überdauert hat, verleiht dieser ihre Besonderheit.

Der Bau weist einen rechteckigen Grundriss mit einer Länge von rund 50 Metern und einer Tiefe von 13 Metern auf. Unter seinem Satteldach vereint er drei Voll- und zwei Dachgeschosse. Erhalten geblieben sind darin viele barocke Ausstattungselemente, deren Sanierung im Zuge des zweiten Bauabschnitts begonnen werden soll. Hierzu zählen zahlreiche Stuckornamente, Deckengemälde, Türen und hölzerne Ausstattungen. Beeindruckend ist auch das bis zu fünf Meter hohe Kellergewölbe, in dem sich ein Brunnen, ein Bad sowie eine erhalten gebliebene Backküche mitsamt ihrem groß dimensionierten Ofen findet. Auch der durch das Gewölbe zugängliche barocke Klostergarten ist in seiner Terrassenform noch weitgehend erhalten geblieben und stellt eine Besonderheit in der Region da.
Die Kirchengemeinde St. Markus Binsdorf ist auf der Suche nach Interessenten für die Nutzung des sanierten Klosters.

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