Jubiläum

50 Jahre Institut für Soziale Berufe

Schulgebäude in L-Form mit markantem Rundturm an der Ecke.

Das Institut für Soziale Berufe (IfSB) nahm im Schuljahr 1972/73 in der Kapuzinerstraße in Ravensburg den Schulbetrieb auf - Foto: IfSB

Vier katholische Träger ermöglichen seit 1972 Menschen in Erziehungs- und Pflegeberufen eine qualifizierte Aus- und Weiterbildung.

Was heute nicht mehr aus der süddeutschen Bildungslandschaft wegzudenken ist, war vor 50 Jahren bahnbrechend: Das Institut für Soziale Berufe (IfSB) in Ravensburg, das im Schuljahr 1972/73 mit dem Schulbetrieb für Erzieherinnen, Jugend- und Heimerzieher und Heilerzieher an den Start ging. Professor Dr. Florian Kluger, Geschäftsführer und Direktor am IfSB sowie seit Juni ständiger Diakon, und sein Kollegium freuen sich darauf, das Jubiläum mit einem bunten, vielseitigen Programm und vielen Interessierten zu feiern.

Gestiegene Anforderungen an die Fach- und Persönlichkeitskompetenz pädagogischer Berufe, mehr Fachlichkeit in den Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe und auch ein hoher Bedarf an Fachkräften waren damals Themen, die zur Gründung des Instituts für Sozialpädagogische Berufe führten. Die vier katholischen Gründungsgesellschafter Stiftung Liebenau, der Caritas-Verband für die Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Kongregation der Franziskanerinnen von Sießen und die Barmherzigen Schwestern – ebenfalls Franziskanerinnen – von Reute taten sich dafür zusammen. Die Anteile des Caritas-Verbandes wurden später von der Stiftung Kloster Hegne übernommen.

Eine Pionierleistung

Schon in den 1970er-Jahren zeigte sich der Zusammenhang zwischen gravierendem Fachkräftemangel und dem Mangel an entsprechender Ausbildung, wie Monsignore Norbert Huber in seinem Buch „Zugewandt“ beschreibt. Der damalige Direktor der Stiftung Liebenau war maßgeblicher Motor und bis 1996 auch Geschäftsführer des Instituts.

Die Verantwortlichen erkannten schon früh die wichtigen Erfordernisse an eine steigende Fachlichkeit im Bereich der sozialen Berufe.

So resümiert Kluger rückblickend.

Das Institut war Anfang der 1970er-Jahre in Baden-Württemberg somit die erste Lehreinrichtung für soziale Berufe dieser Art. Das gemeinsame Projekt machte es möglich, die Ausbildung verschiedener Berufe wie Erzieherinnen, Heilerziehungspfleger, Jugend- und Heimerzieher und später Altenpfleger miteinander zu vernetzen und in angemessener Zeit Fachpersonal zu gewinnen. Durch die staatliche Anerkennung der Abschlüsse und die entsprechenden Eingruppierungen in die Gehaltstarife wurden soziale Berufe deutlich aufgewertet.

Unzählige Fachkräfte ausgebildet

Rund 100 Fachschülerinnen und -schüler machten in der Kapuzinerstraße in Ravensburg den Anfang: Erzieher, Jugend- und Heimerzieher und Heilerziehungspfleger. Über die Jahre ist das Institut kontinuierlich gewachsen. So kam etwa im Jahr 1975 das Seminar für Heilpädagogik, im Jahr 1989 die Fachschule für Altenpflege und im Jahr 2000 die Fachschule für Organisation und Führung hinzu. Seit 1997 firmiert die Lehreinrichtung als Institut für Soziale Berufe, kurz IfSB. Im Jahr 2001 wurde die Europaklasse an der Fachschule für Sozialpädagogik entwickelt und 2012 entstand die Ausbildungsform PIA – die praxisintegrierte Ausbildung für Erzieherinnen.

Die aktuellen Gesellschafter des IfSB sind jeweils zu 25 Prozent die Stiftung Liebenau, die Stiftung Kloster Hegne, die Franziskanerinnen von Sießen und die St. Elisabeth-Stiftung Reute. Heute finden die Ausbildungen an den vier Standorten Ravensburg, Wangen, Bad Wurzach und Ulm mit rund 1.850 Personen in den Berufsfeldern Erziehung, Teilhabe und Pflege statt. Jahr für Jahr nehmen zudem rund 1.000 Menschen an den Angeboten für Fort- und Weiterbildungen teil. Leben und Lernen am IfSB sind vielfältig und bunt. „Unsere Vielfalt und Buntheit möchten wir der Öffentlichkeit im Jubiläumsjahr zeigen,“ so Kluger.

Vielfältiges Jubiläumsprogramm

Den Auftakt des Programms macht das Figurentheater der Fachschule Heilpädagogik am Mittwoch, 19. Oktober, um 14 und um 16 Uhr in der Auls des Instituts. Mit den selbstentworfenen und -hergestellten Figuren und dem Stück „Die Schnetts und die Schmoos“ werden die Fachschülerinnen und -schüler Groß und Klein verzaubern. Am Dienstag, 15. November, um 14 um 18.30 Uhr folgt das Zwei-Personen-Stück „Ich erinnere mich genau“ von Brian Lausund zum Thema Demenz. Darüber hinaus stehen Ausstellungen und Thementage, Gottesdienste und ein Tag der offenen Tür im Jubiläumsprogramm.

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