Landvolk

828 Millionen Menschen hungern

828 Millionen Menschen hungern

Symbolbild: Kurt F. Domnik / pixelio.de

Das Landvolk hat sich in einer Resolution mit den dramatischen Zahlen befasst. Der Vorsitzende, Johannes Sauter, informiert über die Inhalte.

Die neuesten Zahlen der Vereinten Nationen (UN) zur Hungerkrise sind erschreckend: Jeden Abend gehen bis zu 828 Millionen Menschen hungrig zu Bett. Schuld daran sind Konflikte, Covid 19, die Klimakrise und steigende Kosten. Eine „tödliche Kombination“ laut UN. Mit dieser hat sich auch der Verband Katholisches Landvolk e.V. in der Diözese Rottenburg-Stuttgart befasst. Der Vorsitzende Johannes Sauter spricht im Interview über Ursachen und was wir hier vor Ort gegen den Hunger auf der Welt tun können.

Herr Sauter, Ihr Verband hat eine Resolution zum Thema Welthunger verabschiedet. Wie ist es dazu gekommen?

Durch den Ukraine-Krieg ist das Thema Welthunger in das Interesse der Öffentlichkeit gespült worden. Das ist einerseits positiv. Denn diesen Skandal von über 800 Millionen Hungernden müssen wir uns immer wieder ins Bewusstsein rufen. Wir stehen mit in der Verantwortung. Auf der anderen Seite werden derzeit viele unsinnige Behauptungen über die Ursachen aufgestellt. Nicht besser ist es häufig bei den Lösungsvorschlägen.

Die UN haben mit Konflikten und Kriegen, Corona, der Klimakrise und den steigenden Kosten eine Kombination ausgemacht, die für viele Menschen vor allem in Afrika in den Tod führt. Welche Ursachen sehen Sie für den Hunger?

Die UN zählt die wichtigsten Ursachen auf. Aber es gibt weitere wesentliche Gründe wie die schlechte Verteilung der Lebensmittel, Landraub, der Verlust landwirtschaftlicher Flächen durch Wüstenbildung, Versalzung von Flächen, Überbauen mit Straßen, Häusern und Infrastruktur, Insektenfraß wie die Heuschreckenplagen in Ostafrika, mangelnder Zugang zu resistentem und angepasstem Saatgut, Korruption, Unterdrückung von Frauen, mangelnde Bildung, Ernte- und Lagerungsverluste. Und je nach Region sind die Ursachen unterschiedlich. Dann müssen auch jeweils andere angepasste Maßnahmen her, um die Ursachen zu bekämpfen.

Herr Sauter, was können wir hier in Württemberg aktiv gegen den Hunger auf der Welt tun?

Da wir für unsere Ernährung viel Tierfutter und auch Lebensmittel importieren, ist ein sehr wichtiger Ansatzpunkt die eigene Ernährung. Dazu zählen unter anderem, weniger Fleisch zu essen oder regional und saisonal einzukaufen, also keine Erdbeeren zu Weihnachten. Ein weiterer wichtiger Beitrag ist auch weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Und dann sind alle Maßnahmen wichtig, die zum Klimaschutz beitragen. Dazu gibt es derzeit die bundesweite Kampagne „80 Millionen für Energiesparen“. Dort finden sich viele gute Tipps. Was immer richtig ist, die Organisationen und Institutionen zu unterstützen, die Hunger bekämpfen, Armut verringern und ländliche Entwicklung fördern. Im Prinzip wissen wir alle Bescheid. Wir müssen es bloß tun.

Das Katholisches Landvolk

Das Katholische Landvolk versteht sich als Interessenvertretung der ländlichen Bevölkerung und der Landwirtschaft und wurde im Jahr 1960 gegründet. Rund 1000 Familien, die in über 50 Gruppen und Dekanaten organisiert sind, gehören ihm in der Diözese Rottenburg-Stuttgart an.

Die sozialen Dienste des Katholischen Landvolks geben Familien auf dem Land konkrete Unterstützung und begleiten sie in Not- und Umbruchsituationen. Darüber hinaus bietet der Verband Veranstaltungen, Fortbildungen und Seminare an.

Weitere Informationen unter www.landvolk.de.

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