Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kirche des Caritas-Krankenhauses in Bad Mergentheim wurden die beiden verbliebenen Deutschordensschwestern, Schwester Maria-Regina Zohner und Schwester Maria-Luise Hitschfel, verabschiedet. Sie kehren in das Mutterhaus ihrer Ordensgemeinschaft nach Passau zurück. Damit endet nach mehr als 78 Jahren die Geschichte der Deutschordensschwestern am Caritas-Krankenhaus.
Die Kirche „Maria, Heil der Kranken“ konnte die vielen Menschen nicht fassen, die sich zum Abschiedsgottesdienst der beiden langjährigen Deutschordensschwestern eingefunden hatten. Viele aktive und ehemalige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Patientinnen und Patienten, Mitglieder und Helferinnen des Caritas-Fördervereins sowie Menschen aus der Stadt und der Kirchengemeinde wollten die Gelegenheit nutzen, um Schwester Maria-Regina und Schwester Marie-Luise persönlich Lebewohl zu sagen. Der feierliche Gottesdienst wurde von Weihbischof Thomas Maria Renz zelebriert, unterstützt von Krankenhauspfarrer Hubert Klimek, dem Pfarrer der Münstergemeinde St. Johannes, Thomas Frey, dem langjährigen Pfarrer in Werbach, Hermann Konrad, und Diakon Michael Raditsch.
Raditsch, zugleich Direktor Unternehmenskultur im Caritas-Krankenhaus, setzte mit seiner Begrüßung den Ton für diesen feierlichen aber auch wehmütigen Tag. „Abschied nehmen, heißt sich auf den Weg machen“, rief er den beiden Deutschordensschwestern zu. Und so war der Gottesdienst geprägt vom Dank für das Wirken der Deutschordensschwestern über viele Jahre und der Trauer über das Ende des Konvents.
Dank für das heilsame Wirken
Schwester Maria-Regina griff in ihrer Ansprache den Text der Lesung aus Genesis 18 auf, in dem Gott Abraham bei den Eichen von Mamre besucht. Der Text diente dem Künstler Otto Habel als Vorlage für das Altarbild der Krankenhauskirche. „Unsere Seele denkt in Bildern“, machte sie deutlich. „Und in diesem Bild aus gebrochenen Steinen spiegelt sich die Zusage wider, die Gott uns gemacht hat. Hier nimmt das Wort Gestalt an, wird Mensch, wird heruntergewunden und steigt wieder auf.“ Schwester Maria Regina weiter: „Das Rot der Glut, des Feuers und der Liebe umgibt die Menschen. Und die Dynamik des Lebens findet sich in den wellenförmigen Linien des Tisches wieder. Die drei Personen am Tisch werden gestärkt und gehen weiter. Damit sind wir gemeint. Lasst uns unterwegs sein miteinander. Gott sagt zu uns: Geht! Es ist nicht leicht, aber es ist ein Liebeswort Gottes, also gehen wir.“
Der katholische Krankenhauspfarrer Hubert Klimek verband den Dank an die Deutschordensschwestern mit den Fürbitten: „Die Deutschordensschwestern haben das Caritas-Krankenhaus nach dem Krieg aufgebaut und zu einem Ort des Heilens gemacht. Sie haben den Menschen hier über viele Jahrzehnte das Gesicht barmherziger Liebe gezeigt. Lass das Wirken der Deutschordensschwestern in den Herzen der Menschen weiter lebendig sein und lass auch heute wieder Menschen in den Dienst für die Kranken treten“, so seine Bitte.
Wertschätzung der gesamten Stadt
Als erster Grußredner ergriff Oberbürgermeister Udo Glatthaar das Wort. Im Namen der Stadt und des Gemeinderats überbringe er Schwester Maria-Regina und Schwester Marie-Luise die hohe Wertschätzung der gesamten Stadt und sende zugleich „Grüße, die wehtun“. „Die Deutschordensschwestern haben vielen Menschen, die hier arbeiten oder die hier als Patienten Hilfe suchten, Kraft, Rat und Gelassenheit gegeben.“ Dank der Ordensschwestern werde man beim Eintritt ins Caritas-Krankenhaus vom Geist der Liebe und Gnade umfangen. „Wir brauchen diese geistliche und religiöse Betreuung neben der medizinischen Behandlung“, sagte Glatthaar. „Deshalb ist es gut, dass andere Orden im Haus bleiben.“ Er dankte den Deutschordensschwestern für ihren Einsatz: „Herzlichen Dank für euer jahrzehntelanges segensreiches Wirken, für die unglaubliche Arbeit, die Ihr hier geleistet habt. Wir werden Euch ein gutes Andenken bewahren.“ Er griff das Motiv vom „Liebeswort Gottes“ auf: „Es ist ein Auftrag der göttlichen Liebe zu pilgern. Geht mit Gott, aber schade, dass Ihr geht.“




