Neubau

Abschied vom alten Carolinum

Elisabeth Gabel

Elisabeth Gabel wartet in ihrem Zimmer, dass sie beim Umzug an die Reihe kommt. Foto: DRS/Guzy

Elisabeth Gabel

Von ihrem Zimmer im Neubau kann Elisabeth Gabel nun auf das alte Carolinum blicken. Foto: DRS/Guzy

Anderthalb Monate nach Einweihung des Pflegeheim-Neubaus im Quartier Maria Hilf ziehen die Bewohner:innen ein. Das bisherige Haus ist bald Geschichte.

Ihr Mittagessen nimmt Elisabeth Gabel noch im bisherigen Carolinum-Gebäude ein. Den Nachmittagskaffee wird sie bereits im Carolinum-Neubau trinken. So ist der Plan: Am Nachmittag zur Kaffeezeit sollen alle Heimbewohner:innen vom alten Carolinum ins neue umgezogen sein.

Sie nehme eine gewisse Aufregung im Haus wahr, sagt Gabel. Nach dem Essen wartet sie in ihrem Zimmer darauf, dass ihre Station an der Reihe ist. Die Hälfte der aktuell 81 Heimbewohner:innen hat bereits im Laufe des Vormittags den Altbau verlassen.  „Die erste Station ist ab 8.30 Uhr umgezogen“, erklärt Heimleiterin Regina Scherer. Die Bewohner:innen wurden dabei nicht nur von den Mitarbeiter:innen des Hauses unterstützt.

„Wir haben zahlreiche Helfer:innen“, sagt Peter Striffler, Leiter des Katholischen Verwaltungszentrums Bad Mergentheim. Es sind zum Beispiel Angehörige und Freunde, Mitglieder der Kirchengemeinde oder auch Mitarbeiter:innen des Verwaltungszentrums. Das neue Carolinum mit 90 Pflegeplätzen - eine Einrichtung der Stiftung St. Johannes, die der katholischen Kirchengemeinde Bad Mergentheim angegliedert ist - ist im Bad Mergentheimer Quartier Maria Hilf in direkter Nachbarschaft zum alten entstanden. Daher ist der Weg nicht weit. Die Bewohner:innen müssen nur über den Hof begleitet werden. Und die aus den Zimmer- und Büroschränken ausgeräumten Sachen können mit Rollbehältern oder Schiebewagen transportiert werden.

Unterstützung bei der Eingewöhnung

Sie habe beobachtet, wie das neue Carolinum errichtet wurde, erklärt Gabel. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich da noch wohnen werde. Schließlich bin ich schon 93 Jahre alt“, sagt sie. Ihre Tochter und ihr Schwiegersohn haben einige Tage zuvor bereits einen Teil ihrer Sachen in das neue Zimmer eingeräumt. Jetzt begleiten sie sie und helfen mit dem Rest. So müssen zum Beispiel gerahmte Fotos wieder aufgestellt und aufgehängt werden.

„Von einem Heim ins andere umzuziehen, ist nicht schwer. Aus dem eigenen Zuhause ins Heim zu ziehen, das ist schwer“, erklärt Gabel. Ihr neues Zimmer habe sie sich schon vorab angeschaut. Sie werde aber bisschen Zeit brauchen, um sich daran zu gewöhnen, wo was auf den Gängen zu finden ist. Um den Heimbewohner:innen bei der Umstellung zu helfen, ist laut Striffler für die Tage nach dem Umzugstermin für den Betrieb mehr Personal eingeplant.

Aus ihrem Zimmer im Neubau kann Gabel auf das alte Carolinum blicken. Demnächst wird sie freie Aussicht auf den Ketterberg haben. Denn ab 9. Oktober beginnt ein Abbruchunternehmen mit den Vorbereitungen für den Abriss des bisherigen Pflegeheimgebäudes.

Blick in die Geschichte

Daher führt Striffler noch einmal kurz durch das alte Haus. Es ist zugleich eine Führung durch die Geschichte des Carolinums. „Die Grundsubstanz des Gebäudes stammt aus dem Jahr 1908“, berichtet  Striffler. Das Carolinum war zunächst Klinik, dann Geburtsklinik. Später wurde die Einrichtung in ein Pflegeheim umgewandelt.

Striffler zeigt den früheren Eingang, zu dem die Schwangeren gefahren wurden. Über das alte Treppenhaus mit seinem Fußbodenmosaik geht es in den zweiten Stock, wo sich die Hauskapelle befindet. Zur Zeit der Geburtsklinik gab es dort einmal in der Woche Taufen, wie Striffler aus der Geschichte zu berichten weiß. Er selbst sei 1972 in der Kapelle getauft worden.

Silvia Müller (Pflegedienstleitung), die gerade auf dem Stockwerk anzutreffen ist, erzählt, dass sie eine der Mosaik-Fliesen retten wolle – zusammen mit weiteren charakteristischen Teilen der Ausstattung. Denn im Eingangsbereich des neuen Heims soll eine Vitrine mit verschiedenen Andenken ans alte Carolinum bestückt werden.

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