Kirchenjahr

Adventszeit ist Familienzeit

In unserer Reihe über die Krippe in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Schönenberg macht sich Tobias Huber, stellvertretender Vorsitzender des Kirchengemeinderats, Gedanken über die Figur des Josef. Bild: DRS / Annika Werner

Für Tobias Huber bieten Advent und Weihnachten Chancen, Beziehungen in der Familie zu pflegen. Lieblingsfigur in der Krippe ist „Familienvater Josef“.

„Weil er eine ziemlich große Hauptrolle spielt“, hat sich Tobias Huber den heiligen Josef als „Lieblingsfigur“ ausgesucht: „Er ist Familienvater und hat in einer dunklen Zeit seine Familie sicher nach Betlehem gebracht, um sie zu beschützen, und hat da eine Unterkunft organisiert, damit das Jesuskind auf die Welt kommen konnte", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Kirchengemeinderats. - „Auf dem Weg zur Krippe", den Gemeindemitglieder auf dem Schönenberg in unserer Advents- und Weihnachtsserie gehen, sind alle, die sich zum Mitgehen haben einladen lassen, jetzt - am vierten Advent - ganz nah am weihnachtlichen Geschehen.

In sich ruhend, die Hände gefaltet, Maria und ihrem Kind zugewandt - so hat der Schnitzer aus Oberammergau die Figur des Nährvaters Jesu gestaltet. Als großen, ernsten Mann, „der nachdenklich auf die junge Mutter und das Kind sieht“, beschreiben ihn Barbara Drasch und Peter Renju in ihrem (leider vergriffenen) Weihnachtsbuch zur Schönenberg-Krippe („Suchend auf dem Weg“, Schwabenverlag Ostfildern, 1999). In dieser charmanten Weihnachtserzählung ist es ein Hirtenjunge namens Ruben, der sich eigentlich mit seinem Vater zur Krippe aufmachen will, dann aber zunächst allein durch die Nacht irrt und den anderen Krippenfiguren begegnet. Am Ende dieses „Krippenrundgangs“, der eine Metapher sein will „für uns heutige Menschen, die auf dem Pilgerweg, dem Wallfahrtsweg zur 'Menschwerdung' sind“, legt Ruben „seine Hand voll Vertrauen in die des Vaters“.

In Gottes sicheren Händen

Was es heißt, sich in die Hände des göttlichen Vaters zu legen, hat Papst Franziskus zu Beginn seines Pontifikats (2013-2025) eindrucksvoll beschrieben: Gott verhalte sich wie „ein Vater mit dem Sohn, den er an der Hand führt. Gerade die Hände Gottes sind es, die uns auf unserem Weg begleiten“, so zitiert ihn die Vatikanzeitung L'Osservatore Romano (Wochenausgabe Nr. 47/2013) aus der Frühmesse im Domus Sanctae Martae am 12. November 2013: „Der Vater lehre uns laufen, und 'auf dem Weg des Lebens und des Heils' zu gehen. Und weiter: 'Im Augenblick des Schmerzes sind es die Hände Gottes, die uns streicheln, die uns trösten. Wir erfahren eine Liebkosung von unserem Vater, der uns sehr liebt. Und sehr oft enthalten diese Liebkosungen seine Vergebung.'“

Für Tobias Huber enthält die Figur des Josef auch einen Impuls, die Advents- und Weihnachtszeit besonders als Familienzeit zu gestalten, auch mal „runterzukommen“ und zu „entschleunigen“. „Diese Zeit sollte man sich nehmen“, findet er. Diese Zeit kann dann auch in den dunklen Nächten, die es immer mal gibt, Licht sein - für die eigene Familie und für andere. „Dass wir heute immer noch daran denken und nicht vergessen, wie wichtig Familie ist“, das ist sein Wunsch für die Weihnachtszeit.

In unserer Reihe über die Krippe in der Wallfahrtskirche Schönenberg stellen Gemeindemitglieder über den Advent bis zum Dreikönigstag ihre Lieblingsfigur(en) vor.

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