Weltkirche

Afghanistan-Hilfe sichert Tausenden das Überleben

Das Bild zeigt, unter welchen Umständen Binnenvertriebene aktuell in Kabul leben müssen. Bild: Caritas international

Das Bild zeigt, unter welchen Umständen Binnenvertriebene aktuell in Kabul leben müssen. Bild: Caritas international

Binnenvertriebene in dramatischer Lage: Die Diözese Rottenburg-Stuttgart und Caritas international ermöglichen eine Hilfsaktion in der Provinz Kabul.

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart stellt im Rahmen einer Nothilfe-Aktion für Afghanistan die Ernährung von rund 16.000 Binnenvertriebenen in der Provinz Kabul sicher. Ermöglicht wird dies durch Caritas international und seine Kooperationspartner vor Ort.

Bischof Dr. Gebhard Fürst verweist darauf, dass es seit dem Machtwechsel in Afghanistan im vergangenen August und den daraus resultierenden Bedingungen vor Ort nicht früher möglich war, eine derartige Hilfe zu leisten. „Umso mehr freut es mich, dass wir trotz aller noch immer bestehenden Hindernisse und dank Caritas international jetzt in der Lage sind, dort Menschen in Not helfen zu können“, sagt er. Laut dem Bischöflichen Flüchtlingsbeauftragten Ludwig Rudloff besteht das Hauptziel der Aktion ab sofort in der Überlebenssicherung vulnerabler Gruppen: „2.250 Familien und damit etwa 15.750 Personen werden finanzielle Hilfen oder Nahrungsmittel erhalten, die die Grundbedürfnisse für einen Haushalt von durchschnittlich sieben Personen für zwei Monate abdecken werden“, sagt er.

Es ist schwer, Hilfsaktionen auf den Weg zu bringen

Flavia Rizzi, zuständige Regionalreferentin in der diözesanen Hauptabteilung Weltkirche, ergänzt, dass dafür insgesamt 200.000 Euro bereitgestellt werden. Sie betont, dass es aktuell noch immer unglaublich schwer sei, Hilfsaktionen für Afghanistan auf den Weg zu bringen. „Umso bemerkenswerter ist, dass dies dank Caritas international jetzt wieder möglich ist und es zeigt, welche Reputation das weltweit tätige Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes genießt.“

Rudloff beschreibt die dramatische Situation der Flüchtlinge vor Ort: Allein 3,5 Millionen Afghaninnen und Afghanen befänden sich derzeit innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht und dieses Jahr hätten 700.000 Menschen ihre Heimatorte aufgrund der schlechten Sicherheits- oder Versorgungslage verlassen müssen. Bis zu 60 Prozent der Binnenvertriebenen seien Kinder und Jugendliche. Dabei gebe es seit dem Sommer einen eklatanten Mangel an Bargeld im Land, was die humanitären Hilfsleistungen extrem erschwere und Millionen von Menschen den Zugang zu ihrem Einkommen versperre, berichtet der bischöfliche Flüchtlingsbeauftragte.

"Afghanistan steht vor einer Hungersnot"

Und zur aktuellen Lage stellt er fest: „Aufgrund des Zusammentreffens von Konflikt, Dürre, Covid-19 und des Zusammenbruchs der wirtschaftlichen Strukturen im Land sind Millionen von Menschen in Afghanistan nicht mehr in der Lage, ihre Grundbedürfnisse an Nahrung, Kleidung und Schutz vor der Kälte im Winter zu decken. Afghanistan steht vor einer Hungersnot.“

Vor diesem Hintergrund werde die Hilfe aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart dringend gebraucht.

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