Auszeichnungen

Aktiv für christliche Glaubenszeichen

Verleihung Stiftungspreis 2025.

Die Preisträger:innen beim Gruppenbild im Anschluss an die Übergabe der Urkunden gemeinsam mit Bischof Dr. Klaus Krämer (achter von links, stehend), Jörg Sauter (zweiter von links, stehend) und Sabine Langguth (rechts). Bild: Diözese Rottenburg-Stuttgart / Gregor Moser

Diözesane Stiftung und Bischof Dr. Krämer laden zur Preisverleihung ins Bischofshaus und würdigen 15 Initiativen für deren ehrenamtlichen Einsatz.

Mit dem „Stiftungspreis 2025“ zeichnete Bischof Dr. Klaus Krämer gemeinsam mit Jörg Sauter und Sabine Langguth vom Vorstand der diözesanen Stiftung Wegzeichen-Lebenszeichen-Glaubenszeichen 15 herausragende Aktivitäten zum Erhalt oder zur Neuerrichtung christlicher Wegzeichen in der Diözese Rottenburg-Stuttgart aus.

Heilsame Unterbrechung des Alltags 

Anlässlich der Preisverleihung in Rottenburg sagte Bischof Dr. Krämer: „Bildstöcke, kleine Kapellen, Wegkreuze, Heiligenfiguren oder Mariengrotten sind etwas ganz Besonderes.“ Sie erzählten Geschichten von Menschen, von ihrem Verhältnis zu Gott, von ihrem Verhältnis zu anderen Menschen, von Vergänglichkeit und von der Natur. „Sie machen Vergangenheit gegenwärtig und sind dabei nicht rückwärtsgewandt, sondern weisen in die Zukunft und zeigen uns einen Weg. Sie sprechen uns an – im Alltag, oft in Situationen, in denen wir nicht damit rechnen: Während der Arbeit auf dem Feld, während eines Spaziergangs, während eines Jogginglaufs oder einer Mountainbike-Tour, bei einer Fahrt mit dem Auto oder Fahrrad“, sagte Bischof Dr. Krämer. Die Glaubenszeichen machten aus der Landschaft einen spirituellen und belebten Raum, würden Zeichen senden und zur Einkehr auffordern, zum Gebet oder einfach nur zu einer heilsamen Unterbrechung des Alltags. Und Bischof Dr. Krämer hielt fest: „Sie zu schützen ist daher eine wichtige und schöne Aufgabe.“

In Deutschland einzigartige Initiative

Stiftungsvorstand Sauter verwies im Anschluss darauf, dass die christlichen Wegzeichen heute oftmals besonderen Schutz und Aufmerksamkeit verlangten und dass dies diese ­– in Deutschland einzigartige – Initiative der Diözese Rottenburg-Stuttgart so wichtig mache. Sauter zeigte sich fasziniert von der geschichtlichen, kulturellen und historischen Dimension der Wegzeichen, aber auch von der Gläubigkeit der Personen, die diese Kleindenkmale errichtet haben oder sie bewahren. Laut Vorständin Langguth wird der Stiftungspreis in diesem Jahr zum 13. Mal verliehen. „Bei den Jurysitzungen überrascht uns immer wieder die Vielfalt, die Kreativität und der Einsatz, den die Bewerber:innen gezeigt haben“, stellte sie fest. Mit der Preisverleihung erhalte das ehrenamtliche Engagement der Beteiligten seine hochverdiente Würdigung. „Ich freue mich auch sehr, dass dieses Jahr Preisträgerinnen und Preisträger aus fast allen Regionen unserer Diözese dabei sind“, sagte Langguth.     
 

Die Preisträger:innen des Stiftungspreises 2025 sind:

Franz Schuhmacheraus Spaichingen,der sich fürdenErhalt des dem Verfall preisgegebenen alten Wegkreuzes im so genannten „Heidegraben“ am Fuß des Dreifaltigkeitsberges engagierte. Schuhmacher ließ das Kreuz restaurieren und veranlasste, dass eine neu geschnitzte, beeindruckende Christusfigur für das Kreuz gefertigt wurde. Dank dessen lädt das Wegkreuz nun wieder zum Innehalten und zum Gebet ein, heißt es in der Begründung der Jury.

Rainer Sattelberger ausIgersheim, der mitseinem Projekt „Marienruh“ einen ganz besonderen Kraftort im Erlenbachtal bei Igersheim neu gestaltet und damit erhalten hat: Die stark verwitterte Marienfigur dort wurde durch einen Abguss aus Epoxidharz ersetzt und auf eine schöne Stele gesetzt. Zudem weist eine neue Bronzetafel die Betrachter:innen auf die Besonderheiten des Ortes hin und eine Bank lädt zur Ruhe und Einkehr ein. Das Original der Marienfigur wird nun im Kulturhaus Igersheim aufbewahrt.

Der Förderkreis zur Erhaltung der Wiblinger Kapellen, Flurkreuze, Bildstöcke und Kleindenkmale in Ulm-Wiblingen mit seinen 120 Mitgliedern, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die kleinen Glaubenszeichen auf dem Gebiet des ehemaligen Klosters Wiblingen – sofern diese auf Ulmer Gemarkung liegen – zu erhalten und zu dokumentieren. Durch Mitgliedsbeiträge, Spenden und auch durch sehr viel Eigenleistung der Förderkreis-Mitglieder konnte eine beeindruckende Zahl schöner Glaubenszeichen – in enger Abstimmung mit deren Eigentümern – als wichtige Elemente der christlichen Kulturlandschaft erhalten werden. Mit dem Projekt „Klosterpfade Wiblingen“ hat der Förderkreis zudem alle dortigen Weg- und Glaubenszeichen dokumentiert und wird sie nach und nach öffentlichkeitswirksam durch Wanderwege erschließen. Dies dient auch dem Zweck, die Kleindenkmale vor dem Vergessen und Verschwinden zu bewahren, heißt es in der Begründung der Jury.

Siegbert Sieß und Roland Miller aus Rottenburg-Wurmlingen für die Erhaltung und Renovierung des „Rhonerkreuzes“ an einer Wegkreuzung zwischen Ammerbuch-Pfäffingen und Rottenburg-Wendelsheim. Schon seit Beginn der 1970er Jahre haben sich die Familie Sieß sowie Roland Miller um das Feldkreuz gekümmert und es in dieser Zeit mehrmals restauriert und erneuert. „Sie haben dafür gesorgt, dass nunmehr seit mehr als 200 Jahren ein Wegkreuz an dieser besonderen Stelle der Gemarkung steht“, heißt es in der Urkunde zur Preisverleihung.

Theo Hofmann aus Schöntal-Westernhausen, der in aufwändiger Handarbeit 17 Bildstöcke in Westernhausen freigeschnitten, von Flechten befreit, mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis gereinigt und anschließend die bereits verblassten Malereien erneuert hat. „Heute laden diese Glaubenszeichen im neuen Glanz wieder zum Innehalten und zum Gebet ein“, so die Jury.

Konrad Schmucker aus Oberstadion-Hundersingen für die gelungene Restaurierung des am Rettighofer Weg stehenden Feldkreuzes aus Metall mit vergoldeter Christusfigur und Sockel und die Einbeziehung seiner Enkelkinder in dieses schöne Projekt, so die Jury.

Die Familien Stefan und Petra Schaff sowie Rolf und Christa Friedel aus Ruppertshofen,welchedie zum „Boschenhof“ gehörende Kapelle sowie ein schönes Wegkreuz umfassend erneuert und restauriert haben. An der Kapelle wurde eine neue Treppe aus Natursteinen gesetzt, das Holz neu gestrichen und teilweise erneuert. Am Wegkreuz wurden die Marienfigur und das Holzkreuz repariert. Die Familien kümmern sich auch um die ansprechende Gestaltung der Grünflächen um diese Glaubenszeichen, heißt es in der Begründung zur Preisverleihung.

Wolfgang Baur aus Uttenweiler-Dieterskirch,der aus Dankbarkeit, aber auch als ein Mahnmal für den Frieden, in Dieterskirch ein „Marterl“ gestiftet hat. Das auf einem heimischen Stein stehende, aus Teilen eines alten Wegkreuzes bestehende Glaubenszeichen mit einer schönen, wohl aus Südtirol stammenden, Christusfigur lädt – zusammen mit einer schattenspendenden Roteiche und einem Bänkle – zur Rast und zum Gebet ein.

Die Familie Alois Jaumann aus Unterschneidheim,die zum Gedenken an ein im Jahr 2022 verstorbenes Familienmitglied auf ihrer Hofstelle in Unterschneidheim ein modern gestaltetes Hofkreuz errichten ließ, das die christliche Kulturlandschaft bereichert und zum Innehalten und zum Gebet einlädt.

Hermann Wachter aus Ravensburg-Dürnast für die Herausgabe des Buches „Bildstöcke und Feldkreuze auf den Fluren der Seelsorgeeinheit Ravensburg West“. Dafür hat Wachter in jahrelanger Arbeit alle christlichen Kleindenkmale im Bereich der Seelsorgeeinheit Ravensburg-West umfangreich dokumentiert, erforscht und die Eigentümer über die Geschichten rund um diese Glaubenszeichen befragt. Aus dieser Arbeit ist ein umfangreiches und mit vielen Informationen und schönen Fotos versehenes Buch entstanden.  

Der Verein „Kulturkeller Oberginsbach 2005“ aus Oberginsbach,der sich seit seiner Gründung vor 20 Jahren um die Pflege und die Erhaltung von Kleindenkmalen in Oberginsbach kümmert und dabei auch die Geschichte und Hintergründe rund um diese Kulturdenkmale erforscht. Viele dieser Kleindenkmale sind christliche Glaubenszeichen wie Wegkreuze, Bildstöcke, Mariendenkmale und ein „neuer“ Kreuzweg. Ein in einer gedruckten Broschüre beschriebener und neu eingerichteter Dorfrundgang führt zu den Objekten. Eine Stele bei jedem Denkmal sowie ein Lageplan und viele Fotos sorgen für Informationen und laden zum Betrachten ein.

Die Ave-Glöcklein-Gruppe aus Degmarn bei Oedheim. In der Preis-Urkunde heißt es: „Die Gruppe sanierte mit der Ölbergkapelle, der Krippenkapelle und der Auferstehungskapelle beeindruckende Zeugnisse des christlichen Glaubens. Die im Norden von Degmarn gelegenen – Ende des 19. Jahrhunderts errichteten – Kapellen sind ein Teil einer Gesamtanlage und etwas ganz Besonderes. Die Gesamtanlage ist mit verschiedenen Zugangsportalen, mehreren Kapellen, Heiligenfiguren und Bildstöcken, Grotten und Brunnen ein überaus beeindruckendes Element unserer christlichen Kulturlandschaft. Die Ave-Glöcklein-Gruppe Degmarn kümmert sich seit mehr als 30 Jahren um die Erhaltung dieses besonderen Ortes und hat in diesem Jahr bei mehreren Arbeitseinsätzen und mit eigenen finanziellen Mitteln umfangreiche Sanierungs-, Restaurierungs-, Reparatur- und Reinigungsarbeiten in den Kapellen, bei den Figuren und im Außenbereich der Anlage vorgenommen.“

Paula und Josef Wetzel aus Altheim: Im Jahr 2015 errichtete Familie Wetzel an einem viel genutzten Rad- und Wanderweg ein schönes Mariendenkmal. Das von Josef Wetzel selbst gefertigte Glaubenszeichen ist heute ein beliebter Rastplatz, der zum Innehalten und zum Gebet einlädt.  

Der Heimatverein Niederwangen aus Wangen, derdas Dach und den gesamten Dachstuhl der über 300 Jahre alten und im Eigentum der Familie Klotz befindlichen Kalvarienbergkapelle umfassend saniert hat und ihr damit wieder eine Zukunft und Perspektive gab. Die Kalvarienbergkapelle ist das Wahrzeichen Niederwangens und gleichzeitig ein bedeutendes Kulturdenkmal und sichtbares Zeichen des christlichen Glaubens, heißt es in der Preis-Urkunde. Großes ehrenamtliches Engagement der Vereinsmitglieder und zahlreiche Spenderinnen und Spender machten dieses beispielhafte Projekt in enger Zusammenarbeit zwischen Eigentümer, Heimatverein und Landesamt für Denkmalpflege erst möglich.

Die Firma Holzbau Reger aus Deilingen, die mit viel handwerklichem Einsatz und Liebe zum Detail bereits zum zweiten Mal das durch Unwetter zerstörte weithin sichtbare Kreuz auf dem Lochenstein im Landkreis Balingen auf eigene Rechnung erneuert hat. „Bemerkenswert dabei ist auch, dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Firma das schwere Kreuz auf den Gipfel des unwegsamen Lochenstein hinaufgetragen haben. Sie setzten mit diesem Engagement eine spirituelle Wegmarke und ein weit sichtbares Zeichen des Glaubens und der Verbindung zur Region“, heißt es in der Urkunde des Stiftungspreises.

 

 

Zum Hintergrund:

Der Stiftungspreis der Stiftung Wegzeichen-Lebenszeichen-Glaubenszeichen wird jährlich ausgelobt. Die Bewerbungsfrist endet stets am 15. Oktober. Für das Jahr 2025 beläuft sich die Preissumme auf insgesamt 7.200 Euro.
Die Stiftung Wegzeichen-Lebenszeichen-Glaubenszeichen wurde durch Bischof em. Dr. Gebhard Fürst im Jahr 2006 gegründet. Seither konnten 318 Projekte direkt gefördert werden und es gab in dieser Zeit rund 80 Stiftungspreisträgerinnen und -träger. Allein im Jahr 2025 wurden insgesamt 40 Projekte gefördert und gewürdigt.

 

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